15. Oktober 2022

Ich sitze in 37000 Fuß Höhe und unsere Boeing 787-9 cruist grade über den westlichen Teil von Sambia. Es ist zwar erst viertel nach vier, aber da außer Fliegen heute nicht mehr viel passiert, dachte ich, dass ich schon mal mit dem Logbuch anfange.
Mein Wecker stand heute morgen auf halb acht. Voll der Luxus. Ich war zwar schon um kurz nach sieben wach, aber im Vergleich zu den letzten vier Tagen, wo die Nacht jeweils deutlich vor sechs zu Ende war, war das heute ein sehr geschmeidiger Start in den Tag.
Programm hatte ich heute keines mehr vor, außer dass ich für das Bild des Tages eine Ansicht von Windhoek haben wollte. Da die Stadt sich über mehrere Hügel erstreckt, ist das nicht ganz so einfach wie es klingt. Meine beiden - ich hatte jetzt beinahe „Gasteltern“ gesagt - jedenfalls die Inhaber meines Guest Houses hatten mir empfohlen, zum Heinitzburg Hotel zu fahren und dort auf der Terrasse was zu trinken. Genau das habe ich dann auch gemacht. Die Fahrt von meinem Quartier in Klein Windhoek dauerte ungefähr zehn Minuten und dann habe ich mir nen Pott Tee bestellt und die Aussicht genossen. War zwar nicht ganz der Blick den ich wollte, aber kann sich doch sehen lassen, wie ich finde.
Schon gestern hatte es auf der Fahrt ein paar Tropfen Regen gegeben und während ich da  auf der Terrasse saß, fiel auch der ein oder andere Sprenkler aus den grauen Wolken über Windhoek. Den grauen Himmel sieht man auch auf dem Bild des Tages. Das sind die ersten Vorboten der Regenzeit. Vorteil für mich heute: es war nicht so heiß.
Ich habe ne halbe Stunde dort verbracht, und dann war es Zeit zum Quartier zurück zu fahren. Ich habe die kurze Hosen gegen die Jeans getauscht und die Sandalen gegen die geländegängigen Schuhe. Da ist noch immer Sand aus Sossusvlei drin... *lach... Sneaker hatte ich dieses Mal gar nicht erst eingepackt.
Reinette, die Betreiberin meines Guest Houses, macht von allen Gästen vor der Abreise Fotos. Sehr lustig. Auch ich musste vor dem Jacaranda-Baum im Vorgarten stillstehen. Ich habe ihr direkt gesagt, dass sie meine Erlaubnis hat, das Bild auf Instagram zu posten. Das Quartier war echt cool. Reinette und Tris (ihr Mann) haben keine Mühen gescheut. Das Frühstück war vielleicht nicht so aufwendig wie in meinen anderen Quartieren, dafür war der persönliche Kontakt noch besser.
Um kurz vor elf habe ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht. Der Flughafen von Windhoek liegt rund 40km östlich der Stadt im Nirgendwo. Sehr praktisch, wenn es um die Vermeidung von Fluglärmbeschwerden geht. Nicht so praktisch wenn man hin muss, denn es sind rund 30 Minuten Fahrt bis dorthin.
Der  Flughafen von Windhoek hat etwas sehr provinzielles. An einem normalen Tag wie heute gab es folgende Flüge: Qatar Airways nach Doha, Airlink nach Kapstadt und Johannesburg, Ethiopian Airlines nach Addis Abeba, TAAG Angola Airlines nach Luanda und dann heute Abend noch Eurowings Discover nach Frankfurt. Das war's. Nicht gerade der Nabel der Welt. Vor Corona war das ein bisschen besser, aber nicht viel. Also, alles in allem ziemlich beschaulich.
An der Abzweigung zum Flughafen gibt's ne Tankstelle, wo ich den Suzuki ein letztes Mal habe voll tanken lassen. Anschließend bin ich bei Hertz auf den Parkplatz gefahren. Hier wurde es dann beinah unentspannt, als der Mitarbeiter von Hertz meinte, dass der Wagen ja schon ganz schön zugestaubt wäre. Eigentlich würde das Gebühren kosten. Ich habe mich aber tapfer gewehrt und gesagt, dass man nach zwei Wochen in Namibia, einem zwar sehr schönen aber auch sehr staubigen Land, ja kein sauberes Auto erwarten könnte und darüber hinaus war ich bei der Übernahme des Autos in keiner Weise auf mögliche Reinigungsgebühren hingewiesen worden. Der Hertz-Muckel hat es dann auf sich beruhen lassen und auf der Endabrechnung, die eben per Email kam, ist kein Posten für Endreinigung.
Die Gepäckaufgabe lief dann ziemlich flott und die anschließende Wartezeit habe ich mir durch das Beobachten und Fotografieren der paar Flugbewegungen hier vertrieben.
Inzwischen ist unser Flieger über dem Tanganjika-See angekommen. Wenn wir in Addis sind, sollte ich Gelegenheit haben, das heutige Logbuch abzuschicken. Immerhin habe ich dort fast drei Stunden Aufenthalt.

So, inzwischen sitze ich in Addis Abeba am Flughafen. Beim Hinflug ging es hier ja noch recht relaxt zu, aber heute Abend ist hier die Hölle los. Flieger von Ethiopian Airlines gehen nach Beirut, Seoul, Dublin, Kigali, Riyadh, Brüssel, Chennai, Dar es Salaam, Tel Aviv, Hong Kong, Genf und und und… und natürlich auch nach Frankfurt. Dagegen ist der Flughafen von Windhoek geradezu verschlafen. In zwanzig Minuten ist Boarding… Das reicht um das heutige Logbuch fertig zu machen. Morgen gibt es natürlich den letzten Bericht mit dem Fazit der Tour. Ich denke, wer das Logbuch der letzten vierzehn Tage auch nur halbwegs verfolgt hat, kann sich denken, in welche Richtung mein Resümee gehen wird ;-)).


Inhaltsverzeichnis letzter Tag


 

  


 

Inhaltsverzeichnis letzter Tag