28. Oktober 2026
Um 4:45 Uhr war heute die Nacht zu Ende… *ächz… die erste Safari im Bandhavgarh-Nationalpark stand auf dem Programm. Im Gegensatz zum Ranthambore-Nationalpark haben wir hier einen Jeep mit Fahrer nur für uns und die Nationalparksverwaltung stellt dann noch mal pro Tour einen Guide. Unser Fahrer hatte sich uns gestern abend schon vorgestellt und heute morgen während der Safari zeigte sich, dass wir eigentlich keinen Guide gebraucht hätten. Unser Driver könnte das auch ganz gut alleine, und er spricht ziemlich gut Englisch.
Nach ner Viertelstunde Fahrt durch das verschlafene Guruwahi waren wir am Tala Gate des Bandhavgarh-Nationalparks. Die üblichen Formalitäten wurden erledigt (Pässe checken) und es gab noch mal den Hinweis auf das Handyverbot. Das wird hier in Bandhavgarh noch deutlich strenger gehandhabt als Ranthambore. Auf jedem der Maruti-Jeeps klebt an den Seiten ein Aufkleber mit nem durchgestrichenen Handy und „Mobile phones not permitted“. Ich habe mich dann hier auch sehr brav dran gehalten und für ein paar Landschaftsaufnahmen extra das kleine Objektiv montiert.
Heute morgen war es bedeckt, als wir losfuhren und den ganzen Vormittag ist nicht so richtig die Sonne rausgekommen. Selbst hier im Zentrum Nordindiens spüren wir die Ausläufer des Zyklons Arnab, der im Bundesstaat Andhra Pradesh auf Land getroffen ist. Dabei sind wir hier rund 900km Luftlinie vom Meer entfernt.
Ich finde die Landschaft hier in Bandhavgarh fantastisch schön. Lichte Wälder, offene Flächen, Berge und Hügel, ab und zu auch mal etwas dichteres Bambusdickicht. Einfach super. Es wimmelt von Chitals und es gibt auch viele Hanuman-Languren und Rhesus-Makaken. Was wir hier heute morgen noch nicht zu Gesicht bekommen haben, das waren Wildschweine, Sambars und Nilgais… und Tiger. Das sehen wir aber entspannt, denn wir haben ja noch drei weitere Anläufe. In Ranthambore hat es ja auch erst im vierten geklappt… *lach… Andere Raubtiere haben sich ebenfalls rar gemacht, bis auf einen Mungo, der aber so schnell im Gestrüpp verschwunden war, dass ich kein Foto machen konnte.
Was hier allerdings gut läuft, dass ist die Vogelbeobachtung. Unser Fahrer hatte auch hier einige Kenntnisse, so dass ich wirklich auf meine Kosten gekommen bin. Die Bilder des Tages zeigen deshalb auch beide einen Teil der Ausbeute bei der Vogelpirsch. Im ersten seht Ihr einen Fischuhu und im zweiten einen Indiengeier. Zu letzterem hatte ich im Logbuch von Sonntag ja schon ein bisschen was erzählt.
Nach rund drei Stunden Pirschfahrt haben wir an einem Picknickplatz im Park Frühstückspause gemacht. Unser Driver hatte Breakfast-Boxen dabei mit Sandwiches, gekochten Eiern, indischen Gemüserollen, Muffins, Mango-Saft, Bananen und Mandarinen (interessanterweise mit grüner Schale). Es gab Kaffee oder Tee und nicht mal eine karierte Tischdecke fehlte. Ich habe mich ziemlich an Frühstück mit Susanne, Folker und Davis in der Serengeti erinnert gefühlt. Alleine waren wir am Picknickplatz natürlich nicht. Etliche andere Jeeps machten hier auch Station und dem wurde Rechnung getragen, indem es Verkaufsstände und Büdchen gab, wo man was zu essen kaufen konnte. Die Fahrer und Guides klönten zusammen, und es ging insgesamt typisch indisch laut zu. Allerdings: wir drei waren die einzigen Europäer. Schon krass.
Mit unserer ersten Safari waren wir auf jeden Fall sehr zufrieden als wir gegen halb zwölf wieder in unserer Lodge waren. Den Rest des Tages war Gammeln angesagt. Der Bandhavgarh-Nationalpark ist mittwochs nachmittags nämlich immer geschlossen. Wahrscheinlich sind die Tiger dann alle aufm Golfplatz oder sowas… Für uns gab es ein sehr schönes Mittagessen und dann haben wir es uns in einer der zahlreichen Outdoor-Sitzgruppen rund um die Terrasse der Lodge gemütlich gemacht. Angesichts des grauen Himmels in weiser Voraussicht unter Dach, und es gab auch wirklich eine kurze aber kräftige Schauer. Ich hoffe, dass es morgen trocken(er) bleibt und der abklingende Zyklon nicht noch mehr Regen schickt.
Heute also ein fauler Nachmittag. Auf die Art und Weise wird das Logbuch heute richtig früh fertig und ich komme vielleicht auch mal früher ins Bett. Morgen geht der Wecker nämlich erneut um 4:45 Uhr.
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