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Reiselogbuch - Rom 2026


6. April 2026

Hallo zusammen und willkommen zum ersten Reiselogbuch der Saison 2026. Das Reiselogbuch wird dieses Jahr unglaubliche 20 Jahre alt und was wäre passender, als diese besondere Saison mit einer ganz besonderen Tour zu eröffnen. Ich bin in Rom… und das nicht allein, denn meine gesamte Family ist dabei. Meine Eltern, meine ältere Schwester Katharina (Cath), meine jüngere Schwester (Bet)Tina mit ihrem Mann Frank, mein kleiner Bruder (Chris[tian]/Lumpi/Mausi… Spitznamen sind eine nicht ganz so einfache Angelegenheit in meiner Familie – wer noch nicht weiß, wo der Name meiner Webseite herkommt, darf mich gerne diesbezüglich anschreiben) mit seiner Frau Ilona, meinen Nichten Marie und Ida, und mein Neffe Paul. Insgesamt sind wir zu elft.
Die Idee für diese Reise entstand vor einem guten Jahr. Ihr erinnert Euch vielleicht, dass ich in den letzten Osterferien in Latium unterwegs war und dort auf unseren alten Spuren gewandelt bin. Im Sommer 1980 begann die Beziehung der Familie Kesternich zur Ewigen Stadt, als wir mit mehreren befreundeten Familien in den Bergen östlich von Rom die Sommerferien in einem kleinen Augustiner-Kloster verbrachten und von dort aus mehrere Ausflüge in die italienische Hauptstadt unternahmen. Seitdem hat uns Rom nicht mehr losgelassen. Mein Vater war locker über 20 mal hier, meine Mutter ist immerhin zweistellig und bei mir ist das dieses Jahr der achte Besuch hier. Auch der Rest meiner Familie inklusive meiner Nichten und meinem Neffen war schon mindestens einmal in Rom. Einzig mein Schwager Frank ist Rom-Neuling. Dadurch, dass wir (fast) alle schon rom-erfahren sind, haben wir auf dieser Tour die Möglichkeit, recht stressfrei an diesen Besuch heranzugehen. Hauptsehenswürdigkeiten wie Kolosseum und Forum Romanum werden meine Eltern und ich beispielsweise auf dieser Reise mit Sicherheit auslassen.
Los ging’s heute morgen um kurz vor zehn ab Köln. In nicht einmal zwei Stunden brachte uns Eurowings vom Rhein an den Tiber. Mit zwei Shuttlebussen, die mein Bruder im Vorfeld organisiert hatte, ging’s vom Flughafen Fiumicino in die Stadt, wobei wir schon den ersten Blick auf den Petersdom geboten bekamen.
Wir wohnen hier sehr schön am Corso Vittorio Emanuele II, im Hotel della Torre Argentina, das mein Vater im Herbst bei den Planungen im Internet gefunden hatte. Mitten im Herzen von Rom. Nach Norden sind es 250m bis zur Piazza Navona und nach Westen sind es 250m bis zum Campo de Fiori. Mehr kann man echt nicht verlangen.
Nach dem Einchecken im Hotel gab es für alle die wollten Siesta. Nur Tina und Frank konnten leider noch nicht auf ihr Zimmer, weil dort noch geputzt wurde. Mein Bruder, Marie, Cath und ich sind in der Mittagspause statt der Siesta aber schon mal zu einem kleinen Erkundungsspaziergang aufgebrochen. Am Campo de Fiori hat mein Bruder schon einen Tisch im Restaurant für unser heutiges Abendessen reserviert, und einen Blick auf die Piazza Navona haben wir auch schon geworfen.
Um 15 Uhr startete dann unser heutiges Besichtigungsprogramm. Mein Vater hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen, schon alles en detail zu planen und für die kleinen und großen Kinder sogar ein gedrucktes Programm mit den geplanten Sehenswürdigkeiten der kommenden Tage zu kreiren. Losgehen sollte es an der Piazza del Popolo. Zu Fuß rund 20 Minuten vom Hotel, aber da die Ü80-Fraktion der Reisegruppe nicht mehr so gut zu Fuß ist, gab es heute eine Premiere für mich. Ich habe zum ersten Mal die Uber-App benutzt, um ein Taxi zu organisieren und zu bezahlen. Hat super funktioniert und so sind meine Eltern, Paul (der noch nie zuvor Taxi gefahren war) und ich zur Piazza del Popolo chauffiert worden, wo wir mit dem Rest der Truppe, der zu Fuß gegangen war, wieder zusammentrafen.
An der Piazza del Popolo war heute einiges los, was man auch im Bild des Tages sieht. Zum einen ist heute auch in Rom noch Feiertag und zum anderen war ein großer Teil des Platzes für eine Veranstaltung der Polizia de Stato abgesperrt, damit die Bühnen aufgebaut werden konnten. Die Kirche Santa Maria del Popolo war noch geschlossen und die Zeit bis dort geöffnet wurde, haben wir uns mit Eis essen vertrieben. Für die großen Jungs (meinen Bruder, Frank und mich) gab es auch noch nen Espresso „al banco“ am Tresen einer Bar.
Trotz meiner sieben bisherigen Besuche in Rom kannte ich die Basilika Santa Maria del Popolo noch nicht. Ich muss sagen, sie gefällt mir echt richtig gut. Zwei der bedeutendsten Kunstwerke in der Kirche sind zwei Gemälde von Michelangelo Merisi Caravaggio, nämlich die Bekehrung des Apostels Paulus und die Kreuzigung des Apostels Petrus. Leider hängen die beiden Meisterwerke recht mirnichtsdirnichts in einer Seitenkapelle und man kann sie zwar recht gut betrachten, aber sich nicht wirklich davorstellen. Trotzdem kann man gut erkennen, wie der Maler mit dem Licht arbeitet. Echt eindrucksvolle Kunst. Vor allem die Szene mit dem vor Damaskus vom Pferd gestürzten Saulus/Paulus gefällt mir gut.
Zweiter Programmpunkt heute war die Basilika San Agostino. Dorthin sind meine Eltern mit meinem Bruder und Ida geubert und der Rest von uns ging zu Fuß. Mir gefällt die Kirche nicht so gut wie Santa Maria del Popolo, aber in San Agostino entzündet man unter anderem Kerzen, wenn man einen Kinder- oder Enkelwunsch hat. Hat bei meinen Eltern jedenfalls gut funktioniert und entsprechend hat mein Vater auch im Gästebuch vermerkt, dass er nach 16 Jahren mit drei Enkelkindern wieder zu Besuch gekommen ist. Von San Agostino ist es nur ein Katzensprung zur Piazza Navona, wo wir noch ein bisschen flaniert sind und den Vier-Ströme-Brunnen in Augenschein genommen haben. Und dann war es auch schon Zeit zum Abendessen und wir haben uns zum Campo de Fiori aufgemacht. 
Morgen wird es richtig spannend. Um 9 Uhr holen wir unsere beiden Mietwagen am Bahnhof Termini ab und fahren für einen Tagesausflug in die Sabiner Berge, nach San Gregorio da Sassola und zum Convento Santa Maria Nuova, um wirklich noch mal alle auf den Spuren unserer ersten Romreise im Sommer 1980 zu wandeln.

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7. April 2026

Heute war in vieler Hinsicht ein ganz besonderer Tag, nicht nur weil mein Vater Namenstag hatte. Wir sind heute auf unseren eigenen Spuren gewandelt, denen aus den frühen 1980er Jahren. Den Anstoß, oder eigentlich überhaupt die Idee für unsere diesjährige Familientour, hatten meine letzten Osterferien gegeben, wo ich in Latium unterwegs war und dabei auch nach San Gregorio da Sassola und zum Augustiner-Kloster Convento Santa Maria Nuova oberhalb von Tivoli in den Sabiner Bergen gefahren bin (Das Reiselogbuch vom letzten Jahr findet Ihr hier zum nochmal nachlesen). Wie ich gestern schon erwähnt habe, haben wir 1980 den ersten Italien-Urlaub der Familie dort verbracht und haben Rom kennen und lieben gelernt. Heute sind wir mit alle Mann dort wieder hingefahren.
Letztes Jahr habe ich am Fuß der Sabiner Berge in Tivoli Terme gewohnt. Heute war der Tagesausflug nach San Gregorio mit etwas mehr Aufwand verbunden.
Nach dem sehr schönen Frühstück in unserem Hotel sind mein Bruder, meine Eltern und ich mit dem Uber-Taxi zum Bahnhof Termini gefahren. Der Rest der Truppe kam per Bus. Den zeitlichen Vorsprung haben mein Bruder und ich genutzt, um die beiden Mietwagen abzuholen, die ich am Bahnhof Termini über meinen bevorzugten Mietwagenvermittler (SunnyCars) gebucht hatte. Relativ zügig hatten wir unsere beiden fahrbaren Untersätze, einen 9-Sitzer-Ford und einen MG-SUV, haben unsere Mitreisenden in der Nähe des Bahnhofs eingesammelt und dann ging’s raus auf’s Land. Für die Hinfahrt hatte ich bewusst die Strecke über die Via Tiburtina gewählt, weil wir 1980 auf dieser Straße immer mit dem öffentlichen Bus von Tivoli nach Rom und zurück gefahren sind. Die Straße führt unter anderem an den großen Travertin-Steinbrüchen vorbei, die mich schon damals als Kind beeindruckt haben.
Von Tivoli windet sich die Straße dann an den Hängen der Sabiner Berge entlang nach San Gregorio. Ich habe den MG gefahren und hatte meine Eltern und Cath an Bord. Mein Bruder fuhr den Ford-Bus mit Ilona, den Kindern, Tina und Frank. Ich bin nicht sicher, ob die später dazugekommenen Familienmitglieder die Begeisterung der Kesternichs, die 1980 schon dabei waren, nachvollziehen konnten, denn an San Gregorio hängen so viele Erinnerungen. Es gab halt viele, viele Geschichten und Anekdoten und „Wisst Ihr noch..?“ Ich glaube aber, dass das Kloster, der Ort und die Gegend auch für Menschen, die zum ersten Mal hier sind, einfach nur schön und beeindruckend sind. 
Nach einem ausführlichen Fotostopp am Aussichtspunkt vor San Gregorio sind wir zum Kloster hochgefahren. Nach dem Besuch der Kirche und ein bisschen Singen, haben wir uns mit einem der Patres, der vor dem Kloster auf der Sonne in der Bank saß, unterhalten und durften dann in den Garten gehen. Ich wusste ja vom letzten Jahr, dass hier vieles noch so ist wie früher, aber meine Family war echt von den Socken. Da wir ja erzählt hatten, dass wir schon vor 46 Jahren zum ersten Mal dort waren, sind wir dann auch noch eingeladen worden, uns drinnen ein bisschen umzusehen. Der Kreuzgang hat sich zwar etwas verändert, aber im Refektorium sah es noch aus wie damals und roch noch so nach italienischer Küche wie damals. Auch die Sakristei, wo meine Schwestern und ich als Messdiener tätig gewesen waren, sieht noch aus wie damals. Erinnerungen, Erinnerungen. Es war einfach toll. So war es dann auch schon kurz nach halb eins, als wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Eine Dorferkundung in San Gregorio haben wir der Zeit geopfert, denn in Tivoli stand als nächstes der Besuch der Wasserspiele der Villa d’Este an. Einen kurzen Stopp am Dorfplatz und am Eingang zum mittelalterlichen Teil von San Gregorio haben wir aber doch noch eingelegt. 
Wer schon ein bisschen runter gescrollt oder zu erst das Bild des Tages angesehen hat, der hat gemerkt, dass San Gregorio kein Bild des Tages bekommen hat. Ich habe letztes Jahr hier zwei Bilder von San Gregorio und vom Convento Santa Maria Nuova als Bilder des Tages gehabt, deshalb gibt es hier nur den Link und zum heutigen Bild des Tages komme ich später. Wir sind nämlich noch nicht einmal bei der Hälfte des heutigen Programms angekommen. 
In Tivoli gab es an der Piazza Giuseppe Garibaldi erst mal einen kleinen Mittagsimbiss. Dann haben sich mein Bruder mit Family, Cath, Tina und Frank aufgemacht, um die Wasserspiele der Villa d’Este anzusehen. Ich habe mir das gespart, weil ich ja letztes Jahr erst dort war und meine Eltern wollten sowieso nicht noch ein weiteres Mal dorthin, und so haben wir drei oben am Aussichtspunkt der Piazza Garibaldi gesessen, ein Eis zum Nachtisch gegessen und die Aussicht auf das Tiefland von Latium genossen. Viel Zeit hatten die anderen in der Villa d’Este leider nicht, denn wir hatten noch einen weiteren Programmpunkt geplant, den mein Vater den Kindern unbedingt bieten wollte. Deshalb sind wir auch um kurz nach drei in Tivoli aufgebrochen und zur Basilica Sant’Agnese fuori le mura an der Via Nomentana gefahren. Die Parkplatzsuche war ein bisschen tricky, aber dann bin ich beherzt einfach auf den Hof der Basilika gefahren und siehe da, der MG konnte hier stehen bleiben und es gab auch noch reichlich Platz für den Ford, der wenig später eintraf. 
Das Besondere an Sant’Agnese sind unter anderem die Katakomben. Es ist zwar nur eine kleine Anlage, aber dafür ist sie auch komplett untouristisch, im Gegensatz zu den viel größeren und bekannteren Calixtus- oder Sebastianus-Katakomben im Südosten von Rom, wo die Touris und Pilger busweise hinfahren. 
In den Katakomben von Sant’Agnese hatten wir eine halbstündige Führung durch den unterirdischen Friedhof. Ich finde die Anlage super interessant und spannend. Leider war die Führerin richtig schlecht. Ihr Englisch konnte man zwar gut verstehen, aber Freundlichkeit und Interesse an dem was sie tat, fehlten. Trotzdem hat es mir mal wieder gefallen (das war jetzt schon mein zweiter Besuch in diesen Katakomben und trotz der grottigen Führerin würde ich die Katakomben von Sant’Agnese empfehlen).
Auf Grund der Treppen haben sich meine Eltern den Besuch der Katakomben gespart. Als wir wieder über Tage waren, saß unsere Mutter im Park vor der Basilika auf der Bank und mein Vater war ein paar Meter um die Ecke gegangen, um sich die Kirche Santa Costanza noch einmal anzusehen. Die hatte ich bei meinem ersten Besuch in Sant’Agnese ausgelassen und so sind Frank, Cath und ich noch dorthin und haben mit dem Namenstagskind diese sehr besondere Kirche besichtigt. Das Innere seht Ihr im Bild des Tages. Die Nachmittagssonne erhellt den runden Raum, denn die Kirche ist das ehemalige Mausoleum der heiligen Constantia, einer der Töchter des Kaisers Konstantin. Wir waren dort praktisch alleine und die Kirche hatte, nicht zuletzt durch die eher ungewohnte Form und das Sonnenlicht eine ganz besondere Stimmung. Ich finde man kann es im Bild des Tages ein bisschen erahnen.
Gegen halb sechs waren wir wieder am Bahnhof und haben die Autos zurückgegeben, nicht ohne sie vorher vollzutanken und den armen Tankwart, der die beiden Zapfsäulen der kleinen IP-Tankstelle neben dem Bahnhof bediente, mit einem ganz guten Trinkgeld glücklich zu machen. Der Rest der Gruppe ist dann per Bus und Taxi zum Hotel gefahren und ich habe mich vom Uber-Taxi zum deutschen Pilgerbüro in der Nähe der Engelsbrücke fahren lassen, um dort verabredungsgemäß die hinter dem Sicherheitsgitter deponierten Karten für die morgige Papstaudienz abzuholen. Das Pilgerbüro hat nämlich nur von 10 bis 16 Uhr auf und das konnte ich heute unmöglich schaffen. Ich war aber nicht der einzige mit diesem Arrangement. Hinter dem Gitter lag ein ganzer Stapel mit Briefumschlägen.
Zu einer Italienreise gehört für mich, aber auch für den Rest meiner Family, dass man statt Abendessen mal ein Picknick mit den einfachen Freuden der italienischen Kulinarik macht: Brot, Käse, roher Schinken, Salami, Bier, Weißwein… Für elf Leute wäre das zwar auf einem der Zimmer unpraktisch gewesen, aber der freundliche Mitarbeiter an der Rezeption unseres Hotels hat uns einen der Aufenthaltsräume im Erdgeschoss unseres Hotels zur Verfügung gestellt und so haben wir dort gesessen, gegessen, getrunken, erzählt und auf das Namenstagskind, San Gregorio und den Convento Santa Maria Nuova angestoßen.
Rechtschaffen müde waren wir alle, aber mein Bruder, Marie, Tina, Frank, Cath und ich haben es uns nicht nehmen lassen, nach dem Abendimbiss noch einen kleinen Stadtspaziergang zu machen, zur erleuchteten Fontana di Trevi und von dort zum ebenfalls schön erleuchteten Pantheon, wo wir dann noch etwas vor einer Bar auf der Piazza gesessen und was getrunken haben. Ein randvoller Tag also, wie Ihr auch am überquellenden heutigen Logbuch erkennen könnt. 
Morgen steht der Vatikan auf dem Programm. Auch da wird es reichlich zu erzählen geben.

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8. April 2026

Tag drei in Rom und er spielte sich weitgehend im Vatikan ab. Als im Herbst des letzten Jahres die Planungen für unsere Reise Gestalt annahmen, hatte mein Vater in zwei Nebensätzen erwähnt, dass er gerne den Leo sehen würde und auch noch mal gerne die Sixtinische Kapelle. Nichts leichter als das. Tickets für die Vatikanischen Museen waren schnell gebucht, und eine Kartenanfrage an das deutsche Pilgerzentrum für die wöchentlich mittwochs stattfindende Generalaudienz des Papstes wurde positiv beschieden. Heute morgen war es also soweit.
Meine letzte Papstaudienz ist dieses Jahr 25 Jahre her, während der Diözesan-Chorwallfahrt. Damals saß noch Johannes Paul II. auf dem Stuhl Petri. Seinen Nachfolger Benedikt XVI. habe ich während des Pfingsthochamts 2012 erlebt. Heute war Leo XIV. an der Reihe.
Papstaudienz klingt sehr hochtrabend, aber es hat ein bisschen was von einem Volksfest und einem Rockkonzert. Die Generalaudienz findet in der Regel auf dem Petersplatz statt und ist eine gute Gelegenheit, den Papst leibhaftig zu sehen. Wir hatten ein bisschen überlegt, wie wir den Vormittag zeitlich am besten gestalten, denn meine Eltern sind ja beide nicht mehr so super gut zu Fuß. Wir haben uns dann dafür entschieden, dass Tina und ich mit den beiden per Uber-Taxi zum südlichen Eingang des Petersplatzes fahren würden, so dass wir dort gegen 9 Uhr ankämen. Die Audienz sollte um 10 Uhr beginnen. Hat alles super geklappt und wir mussten auch an der Security nicht lange anstehen. Was es allerdings um diese Uhrzeit nicht mehr gab, das waren Sitzplätze. Ich schätze mal, dass heute so an die 20.000 Leute auf dem Petersplatz waren. Ist ja schließlich die Woche nach Ostern und da ist Rom traditionell gut besucht. Dass es keine Stühle mehr gab war letztendlich aber nicht wirklich schlimm. Da hätten meine Eltern in der prallen Sonne gesessen. So haben wir die beiden auf die Sockel von zwei Säulen der bekannten Petersplatzkolonnaden gesetzt, die beiden hatten nen super Blick auf das Geschehen auf dem Platz und die Großleinwände, und saßen darüber hinaus auch noch im Schatten.
Mein Bruder, Ilona, die Kinder, Frank und Cath waren vom Hotel zu Fuß zum Vatikan gegangen und deshalb durch eine andere Einlasskontrolle auf den Petersplatz gekommen. Deshalb waren wir während der Audienz in zwei verschiedenen Bereichen des Platzes, aber das fand ich jetzt nicht so schlimm. Es ging pünktlich los und wie gewohnt fuhr der Papst mit dem Papamobil durch die Menge, so dass jeder eine gute Möglichkeit hatte, den Papst von Nahem zu sehen. Ich hatte mir einen guten Platz ausgesucht, am Ende einer der abgesperrten Gassen des Petersplatzes, so dass ich den Papst auf mich zu fahren und vor mir abbiegen sehen konnten. Handy hoch halten und fotografieren war dann ein Leichtes und so habe ich heute ein sehr gelungenes Foto von Leo XIV. als Bild des Tages für Euch. Zur Papstaudienz gehört eine Predigt in italienischer Sprache und daran anschließend Zusammenfassungen in vielen anderen Sprachen. Am Ende wird das Vaterunser gesungen und dann gibt’s nen Segen des Heiligen Vaters. Ungefähr ne Stunde hat die Audienz gedauert und dann strömten die Massen wieder vom Petersplatz zurück in die Stadt oder nutzten die Gelegenheit, den Petersdom zu besuchen, der im Anschluss an die Audienz wieder öffnete.
Ich muss sagen, es war schon ein ergreifendes Erlebnis, heute mal wieder auf dem Petersplatz zu stehen und den Papst live zu erleben. Muss ich jetzt nicht bei jedem Rombesuch haben, aber wenn sich ne gute Gelegenheit bietet, würde ich auf jeden Fall wieder hingehen.
Nach der Papstaudienz sind meine Eltern und ich zurück zum Hotel geubert, ich habe im Carrefour Express direkt in der Nähe vom Hotel ein bisschen für einen kleinen Mittagsimbiss eingekauft, und dann gab es Siesta. Der Rest der Truppe ist vom Petersplatz zu Fuß zum Hotel gegangen und hat unterwegs noch einige Shopping-Stopps eingelegt… und uns an der Piazza Navona nen Tisch für’s Abendessen reserviert.
Lange konnte die Siesta aber nicht dauern, denn ich hatte für 15 Uhr Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen organisiert. Wir mussten also rechtzeitig wieder am Vatikan sein, was aber dank Uber-Taxi mal wieder kein Problem war. Mit einem vorgebuchten Zeitfenster gibt es keine langen Warteschlangen am Eingang der Vatikanischen Museen mehr. Nichtsdestotrotz ist der Besuch für zwei Leute, die nicht gut zu Fuß sind, schwierig. Wir haben deshalb direkt nach der Security für meine Eltern zwei Rollstühle organisiert. Die kann man einfach gegen Pfand an der Gepäckaufbewahrung ausleihen. So war das dann für meine Eltern ein wirklich entspannter Besuch ohne Anstrengungen. Ich habe meinen Vater geschoben und Paul meine Mutter. Die Mitarbeiter der Vatikanischen Museen waren auch sehr freundlich und hilfsbereit. Aber wie das halt so ist: wenn man selber mit etwas zu tun hat, dann merkt man eher, wieviele andere Menschen es auch betrifft. Wir waren bei weitem nicht die einzigen, die Rollifahrer in der Gruppe hatten. 
Mit dem Rollstuhl kommt man zwar nicht überall hin in den Vatikanischen Museen, aber da es uns ja um die Sixtinische Kapelle mit den Fresken von Michelangelo ging, war das auch nicht schlimm. Das Museum erschlägt einen mit seiner Fülle von Ausstellungsstücken und ich war ganz froh, dass wir die rollitaugliche Direttissima in die Sixtinische Kapelle nehmen konnten.
Ich glaube zur Sixtinischen Kapelle muss ich nicht viel sagen. Man kennt Ausschnitte der Bilder, der Finger aus der „Erschaffung des Adam“ ist den meisten Menschen schon mal irgendwo begegnet, und auch das Jüngste Gericht an der Stirnwand zählt zu den bekanntesten Kunstwerken der Welt. Michelangelo Buonarroti schuf die Deckenfresken zwischen 1508 und 1512 und dann von 1536 bis 1541 das Stirnwandfresko mit dem Jüngsten Gericht.
Es war zwar rappelvoll in der Sixtinischen Kapelle, aber durch die beiden Rollstühle hatten wir etwas mehr Platz und dadurch auch mehr Ruhe als die meisten anderen Besucher, so dass wir uns die Kunstwerke gut ansehen konnten. Dann ging es auf dem gleichen Weg, den wir gekommen waren, wieder zurück Richtung Ausgang. Nach gut zwei Stunden standen wir wieder draußen vor der Tür der Vatikanischen Museen, und das reichte auch für unsere Bedürfnisse.
Da der Tag ja noch jung war - es war gerade erst kurz nach fünf – sind meine Eltern, Cath und ich noch per Uber-Taxi zu einem letzten Besichtigungspunkt für heute gefahren, der Kirche Santa Maria della Pace, die mein Vater gerne noch besuchen wollte (und die ich auch noch nicht kannte… ich lerne hier echt viel Neues kennen auf meiner achten Rom-Tour). Eine sehr schöne Kirche mit einer einzigartigen, an ein Theater erinnernden Barockfassaden, nur wenige Meter von der Piazza Navona entfernt. Wir haben uns Santa Maria della Pace noch ein bisschen angekuckt, bis wir um 18:00 Uhr vom Küster rausgeschmissen wurden. Dann sind wir zur Piazza Navona spaziert, wo wir den Rest der Truppe getroffen haben und ein schönes italienisches Abendessen den Ausklang des Tages bildete. 
Tja, damit haben wir das „Pflichtprogramm“, das wir uns vorgenommen hatten, erledigt… *lach… Morgen fliegen mein Bruder, Ilona, Marie, Ida, Paul und Cath schon wieder nach Hause. Für meine Eltern, Tina, Frank und mich geht es erst am Samstagnachmittag zurück nach Kölle, so dass wir noch zweieinhalb weitere Tage für die Kür und das was uns noch Spaß macht, haben.

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9. April 2026

Nach drei Tagen Vollgas sollte es heute etwas gemütlicher zugehen und das haben wir auch geschafft. Frühstück war erst um halb neun. Wir hatten für heute morgen außer ein bisschen spazieren gehen kein Programm eingeplant, denn für meinen Bruder, Ilona, die Kinder und Cath sollte um halb zwölf der Flughafenshuttle vor der Tür stehen. Es war auch ganz gut, dass nichts mehr wirklich geplant war, denn meine Mutter war heute morgen unpässlich, hat eine Pause eingelegt und ist erstmal auf dem Zimmer geblieben. Der Rest von uns ist noch einmal zum Campo de Fiori aufgebrochen.
Der Campo de Fiori ist einer der ikonischen Plätze von Rom. Tagsüber ist hier Markt und man kann alles mögliche kaufen, von Obst und Gemüse über Klamotten und Spirituosen  zu Blumen und billigen Souvenirs. Der Platz hat schon eine sehr coole Atmosphäre und ich habe mich ein bisschen durch die Gassen zwischen den Marktständen getummelt, fotografiert und auch - was ich in den letzten Tagen vergessen hatte – ein Video des Tages gemacht. Womit die Bedienung meiner Social-Media-Kanäle wieder vollständig ist.
Um kurz vor halb zwölf waren wir alle wieder im Hotel um die Abreisenden zu verabschieden. Aus elf wurde fünf. Es waren dreieinhalb super schöne Tage mit der ganzen Family. Wir haben sehr viel Spaß zusammen gehabt und es war ein tolles Erlebnis hier in Rom noch mal auf unseren eigenen Spuren zu wandeln, alte Erinnerungen aufzufrischen und neue zu kreieren. Würde ich sofort wieder so machen.
Nachdem mein Bruder, Ilona, Marie, Ida, Paul und Cath sich auf den Weg zum Flughafen gemacht haben, sind Tina und Frank zum Shoppen in die Stadt aufgebrochen, meine Eltern sind in die Siesta gestartet und ich war noch kurz beim Carrefour Express um mir die Zutaten für einen kleinen Mittagsimbiss zu besorgen und dann gab’s auch für mich ein bisschen Siesta.
Gemeinsamer Treffzeitpunkt war heute 16:00 Uhr für das leichte Nachmittagsprogramm. Nach den drei strammen Tagen hatten sich vor allem meine Eltern mal ein bisschen was Entspannung verdient. Bis 16 Uhr wollte ich mich allerdings nicht ausruhen, und so bin ich um halb drei zur Area Sacra di Largo Argentino aufgebrochen. Von unserem Hotel aus sind das nur ein paar Meter die Straße runter. Hier befindet sich mitten in der Stadt, allerdings auf dem Straßenniveau der damaligen Zeit und somit ein paar Meter die Treppe runter, eine römische Ausgrabung. Dabei handelt es sich um die Überreste mehrerer Tempel. Im Bild des Tages könnt Ihr sehr schön die Säulen und das heutige Straßenniveau erkennen. Ich habe mir in aller Ruhe und im schönsten Sonnenschein die Ausgrabungen angesehen. Da man die Anlage auch von der Straße aus sehen kann, machen sich die meisten Touris nicht die Mühe auf das Niveau der Tempel runter zu steigen und sparen sich den Eintritt, aber ich fand es sehr lohnend. Es gibt eine kleine Ausstellung von Fundstücken und die Ausgrabungen sind sehr schön erklärt.
In römischer Zeit war das Marsfeld, der „Campus Martius“, das Gebiet zwischen der Servianischen Stadtmauer (der 11km langen antiken Stadtmauer Roms aus dem 4. Jahrhundert v.Chr.) und dem Tiber. Ursprünglich war das wirklich mal ein Feld, aber in der Zeit der späten Republik, so ab dem zweiten Jahrhundert v.Chr. wurden hier etliche öffentliche Gebäude und Tempel und später auch Wohnhäuser errichtet. Vier dieser Tempel kann man in der Area Sacra di Largo Argentino sehen. Westlich von den Tempeln im Bild des Tages, also quasi hinter den Zypressen am linken Bildrand, lag im ersten Jahrhundert v.Chr. das Theater des Pompeius, dessen Vorhalle Schauplatz eines der berühmtesten Attentate der Weltgeschichte ist. Hier wurde nämlich am 15. März 44 v.Chr. Caius Iulius Caesar ermordet. Den Tatort kann man aber nicht besichtigen, denn Augustus ließ den Ort als ‚verflucht‘ zuerst einmauern und später wurde das Theater abgerissen und die Fundamente befinden sich unter den Häusern des heutigen Rom. Auf jeden Fall war es sehr historischer Boden, auf dem ich da heute unterwegs war, wobei… der Großteil des Bodens hier in Rom ist sehr historisch… *lach… 
Die Area Sacra di Largo Argentino ist unter Touristen auch bekannt als „Katzenforum“, weil hier früher viele herrenlose Katzen zwischen den Ruinen lebten. Heutzutage werden die Katzen hier aber betreut, gepflegt, gefüttert und gemanagt, so dass man nur noch zwei, drei von ihnen hier findet und das vor allem in einer für die Katzen reservierten Ecke der Ausgrabung.
Da ich nach der Besichtigung der Area Sacra di Largo Argentino noch ein bisschen Zeit bis 16:00 Uhr hatte, bin ich noch kurz in die Kirche Sant’Andrea della Valle gegangen, die nur wenige Meter neben unserem Hotel liegt. Richtig dicker, barocker Prunkbau, der einen schon etwas erschlägt. Wobei ich sagen muss, dass ich auf meine alten Tage dem Barock mehr abgewinnen kann als früher. Mein Vater erzählte mir nachher, dass wir 1980 schon in dieser Kirche waren, aber ich hatte daran keinerlei Erinnerungen. Aus der damaligen Zeit sind mir nur die größten und wichtigsten Kirchen im Kopf geblieben.
Um vier haben wir fünf – meine Eltern, Tina, Frank und ich – uns in der Lobby vom Hotel getroffen und sind noch mal losgezogen um noch zwei Kirchen anzukucken.
Erste Station war die Kirche Santa Maria sopra Minerva. Der Name kommt daher, dass die Kirche an der Stelle eines Minerva-Tempels errichtet wurde. In Santa Maria sopra Minerva befindet sich das Grab der heiligen Katharina von Siena, der Schutzpatronin von Italien und der Namenspatronin meiner Schwester Cath. Wir waren schon mehrfach dort, aber ich hatte nur schwache Erinnerungen dran. Leider war ein großer Teil der Kirche innen für Restaurierungsarbeiten eingerüstet. 
Auf dem Platz vor Santa Maria sopra Minerva steht der Elefant. Das ist eines der bekanntesten Monumente in Rom. Ein anatomisch nicht zu hundert Prozent korrekter Elefant aus Marmor, der auf dem Rücken einen Obelisken trägt. Insgesamt gibt es acht altägyptische (und fünf römisch-ägyptische) Obelisken in Rom. Der auf dem Elefanten ist mit 5,87m der kleinste Obelisk in Rom. Er wurde im 6. Jahrhundert v.Chr. vom Pharao Wahibre aus der 26. Dynastie in Auftrag gegeben und im 3. Jahrhundert n.Chr. vom Kaiser Diokletian nach Rom gebracht. Was soll ich sagen? Ein Gruppenfoto des harten Kerns vor dem Elefanten war natürlich obligatorisch.
Von Santa Maria sopra Minerva sind wir dann noch gemütlich zur Kirche San Luigi dei Francesi spaziert. Sie ist dem heiligen Ludwig IX. von Frankreich geweiht. (Kleiner Funfact: vor 30 Jahren war ich mit meinen Eltern in Kalifornien, wo wir uns unter anderem die alten spanischen Missionsstationen angesehen haben. Die eindrucksvollste war San Luis Rey de Francia, zwischen Long Beach und San Diego gelegen.) Auch in dieser Kirche gab’s Barock, aber wirklich schön geschmackvoll, wie ich finde. Viele der Kunstwerke stammen von französischen Künstlern. Die wichtigsten Kunstwerke hier sind aber drei große Gemälde von Caravaggio, die den Apostel und Evangelisten Matthäus zum Thema haben. Ähnlich wie in Santa Maria del Popolo, wo wir am ersten Tag waren, hängen zwei der drei Caravaggios allerdings an den Seitenwänden der Kapelle, so dass man sie gar nicht frontal betrachten kann. Die Effekte, die der Maler mit Licht erzeugt, sind aber trotzdem gut zu erkennen.
Mit der Besichtigung von San Luigi dei Francesi war unser Besichtigungstag zu Ende (und ich bin fast am Ende dieses heutigen Bildungsreiselogbuchs). Zum Abschluss des Tages waren wir in einem sehr schönen italienischen Lokal, das Frank gefunden hat und das nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt liegt, zum Abendessen. Es war so gut, dass wir direkt für morgen – unseren letzten Abend - einen Tisch reserviert haben.
Morgen gibt es nochmal unterschiedliches Besichtigungsprogramm, aber morgen ist auch schon der letzte vollständige Tag, den wir hier in Rom haben. Samstag nachmittag geht es wieder nach Hause.

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10. April 2026

Heute war ein ziemlich gemütlicher Tag. Wir hatten das Frühstück erst für 9 Uhr angesetzt. Programmmäßig waren wir heute auf getrennten Wegen unterwegs. Tina und Frank haben heute römische Hauptsehenswürdigkeiten besichtigt: Forum Romanum, Palatin, Kolosseum. Frank ist ja zum ersten Mal in Rom und das sind Sachen, die man mindestens einmal gesehen haben muss. Wobei… ich bin ja ein großer Fan vom Palatin und eigentlich auch vom Forum Romanum. Auf dieser Tour habe ich aber beides (fast) ausgelassen.
Meine Eltern und ich haben den heutigen Tag mit einer weiteren kleinen Kirchentour begonnen. Vom Taxistand am Largo Argentino sind wir nach Santa Maria Maggiore gefahren. Das ist eine der vier Papstbasiliken und als Kind war es die Kirche, die mir in Rom am besten gefallen hat. Als wir an der Kirche ausstiegen, stand eine ziemliche Schlange vor der Sicherheitskontrolle, aber da meine Eltern ja beide mit Gehhilfe unterwegs sind, durften wir einfach ohne Anstehen dran vorbei. Anmerkung meiner Mutter dazu: „Manchmal hat es schon Vorteile, wenn man eingeschränkt ist.“ Santa Maria Maggiore ist innen drin reich ausgeschmückt, mit einem Marmorfußboden mit Einlegearbeiten, einer vergoldeten Kassettendecke im iberischen Stil und fantastischen, spätantiken Mosaiken im Chor. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Mosaike schon fast 1600 Jahre alt sind. Wir haben uns schön Zeit gelassen mit der Besichtigung. Obwohl recht viele Menschen in der Kirche waren, war es drinnen doch sehr ruhig und würdevoll. Ich habe die Mosaiken, den Fußboden und die Decke fotografiert und war auch am Grab von Papst Franziskus, der auf seinen Wunsch hin nicht unter dem Petersdom begraben wurde, sondern im linken Seitenschiff von Santa Maria Maggiore liegt.
Als nächstes ging es von der Papstbasilika zur kleinen aber nicht weniger eindrucksvollen Basilika Santa Prassede. Ich bin jetzt schon seit fünf Tagen komplett platt, was mein Vater alles weiß und wie der sich hier noch auskennt. Okay, er war über 20 Mal in Rom, aber das letzte Mal ist schon was her… Aber wenn der sagt, „Dat is nit witt“, dann ist es auch nicht weit, und wenn er sagt „Do jehste links de Stroß eraf, dann räähs un dann weder links und dann beste do“ dann stimmt das auch. Google Maps braucht man nicht wirklich, wenn man ihn dabei hat. Also, bei Santa Maria Maggiore erus, övve die Piazza un die Stroß, dann links, dann räähs… und schon standen wir vor Santa Prassede. Die erste Kirche wurde hier ebenfalls im 5. Jahrhundert gebaut, aber der heutige Bau stammt aus dem frühen 9. Jahrhundert, der Zeit Karls des Großen, und wurde von Papst Paschalis I. in Auftrag gegeben. Auch hier sehr eindrucksvolle Mosaiken, und ein noch schönerer Marmorfußboden als in der großen Basilika fast nebenan. Vielleicht habt Ihr die Collage gesehen, die ich in die sozialen Medien geschickt habe. Ich fotografiere auf dieser Reise zwar nur mit meinem mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Samsung-Handy, aber wenn ich zu Hause bin, dann werde ich mal ein ausführliches Reisebilderbuch zu Rom machen (und auch noch mal die Fotos meiner anderen Romreisen durchforsten). Ich muss gestehen, dass ich es auch total schwierig finde, ein Bild des Tages bei dieser Tour auszusuchen. Dazu später noch ein bisschen mehr.
Eigentlich wollten wir von Santa Prassede noch zu einer weiteren Kirche, aber die schloss schon um halb zwölf und macht erst morgen wieder auf. So haben wir uns also erst mal an der Piazza di Santa Maria Maggiore ins Café gesetzt und einen kleinen Mittagsimbiss zu uns genommen.
Als nächstes wollten meine Eltern noch mal einen Blick vom Kapitol auf das Forum Romanum werfen. „Sportlich“, hab ich gedacht, denn man muss auf’s Kapitol ja ne lange Treppe rauf. Ich habe uns also ein Uber-Taxi bestellt, das uns von Santa Maria Maggiore zum Kapitol fahren sollte. Die Fahrt führte unter anderem am Kolosseum vorbei, so dass wir das auch noch mal gesehen hatten, ebenso wie die Heerscharen von Touristen, die sich dort und am östlichen Eingang zum Forum Romanum tummelten.
Ich war ein bisschen überrascht, als uns unser Taxifahrer gegenüber von den Kaiserforen quasi am „Hinteraufgang“ zum Kapitol absetzte, aber letztendlich war das genau richtig. Die Straße, die von hinten, genauer gesagt von Nordosten, auf das Kapitol führt, ist deutlich weniger steil als die Treppe und so war es für meine Eltern einfacher auf den wichtigsten Hügel Roms zu kommen. Oben haben wir dann an zwei verschiedenen Stellen auf’s Forum Romanum runter gekuckt und wie der Zufall es will auch Tina und Frank unten spazieren gesehen. Früher hätte man ja versucht, sich aus vollem Hals was zuzurufen, aber heute greift man einfach dezent zum Handy, ruft an, sagt „Dreht Euch mal um und kuckt nach oben“ und dann wird gewunken.
Oben auf dem Kapitolsplatz haben meine Eltern im Schatten gesessen, während ich  mich um Fotos des Platzes und der Reiterstatue von Marc Aurel bemüht habe. Es war ziemlich voll und so habe ich das von mir gewünschte Bild leider nicht bekommen. Aber es muss ja Gründe geben, nochmal nach Rom zu fahren. Das ist also ein weiterer.
Vom Kapitol aus haben wir den Heimweg angetreten… zu Fuß. So richtig weit ist das nicht, ungefähr nen Kilometer. Erst die lange Treppe runter, dann schön langsam und gemütlich durch die Sträßchen, Gassen und Winkel der römischen Altstadt, und mit einem Schlenker zur Fontana delle Tartarughe, dem Schildkrötenbrunnen. In seiner heutigen Form geht er wahrscheinlich auf Gian Lorenzo Bernini zurück, der auch den Elefanten unter dem Obelisken entworfen  hat und der als einer der bedeutendsten Bildhauer des italienischen Barock gilt. Die Fontana delle Tartarughe, oder viel mehr eine Detailaufnahme davon, ist heute das Bild des Tages. Der Schildkrötenbrunnen ist echt niedlich und ich finde es sieht auf dem Bild wirklich so aus als würden die Statuen die Schildkröten zum Trinken nach oben schieben. Ist jetzt vielleicht nicht das spektakulärste Fotomotiv des Tages, aber ich glaube, ich habe (vom Leo abgesehen) für dieses Reiselogbuch sowieso eher weniger bekannte, aber deshalb nicht weniger sehenswürdige Sehenswürdigkeiten von Rom ausgesucht. Schon alleine die Brunnen hier in Rom würden genug Fotos und Geschichten für eine Reise liefern.
Der Weg zum Hotel ist von der Fontana delle Tartarughe nicht mehr weit. Um kurz vor drei waren wir dort. Ich muss wirklich sagen: meine Eltern haben sich überaus wacker geschlagen und hatten sich die anschließende Siesta und den freien Nachmittag mehr als verdient.
Ich habe selber nur ne kurze Pause gemacht und bin um kurz nach vier wieder aufgebrochen, und zwar zuerst mit dem Bus. Ich wollte einfach nochmal ausprobieren wie das Busfahren hier funktioniert, denn meine letzten ÖPNV-Erfahrungen in Rom liegen jetzt auch schon dreizehn Jahre zurück. Mein Ziel war das Forum Boarium, der ehemalige römische Viehmarkt am südlichsten Zipfel des Marsfeldes. In römischer Zeit war hier am Tiberufer unterhalb von Kapitol und Palatin ein wichtiges Handelszentrum, das damals sehr lebendig gewesen ist. Hier befand sich eine Furt durch den Fluss und später die ersten Brücken über den Tiber sowie der ursprüngliche Haupthafen Roms. Ich hatte schon das ein oder andere Mal was vom Forum Boarium gelesen und hatte mir vorgenommen, dass ich bei meinem nächsten Rombesuch dort hin wollte.
Tja, was soll ich sagen? Es war ein bisschen anders als ich es mir vorgestellt hatte. Auf dem Forum Boarium stehen noch immer zwei römische Tempel, der Rundtempel des Herkules Victor – der älteste erhaltene Marmorbau Roms – und der Tempel des Hafengottes Portunus (das Forum Boarium lag bzw. liegt ja direkt am Tiber). Das Forum Boarium ist aber keine archäologische Besuchsstätte im klassischen Sinne, sondern eigentlich nur ne Wiese mit ein paar Steinbänken, den beiden Tempeln drauf, dem Tiberuferdeich samt Straße dahinter und ner mehrspurigen Straße davor. Man muss keinen Eintritt bezahlen, aber die Tempel sind auch zu und hinter Gittern und können nur an bestimmten Tagen besichtigt werden. Zu allem Überfluss war der Janusbogen, der auch zum Forum Boarium gehört, komplett eingerüstet. Also alles in allem etwas weniger spannend als ich es gerne gehabt hätte. Es hat mir aber trotzdem nicht leid getan, dort hingefahren zu sein. Der Historiker in mir ist auf jeden Fall auf seine Kosten gekommen. Ich habe die Tempel in Ruhe angekuckt und fotografiert und das Video des Tages produziert. Den Rückweg zum Hotel habe ich zu Fuß zurückgelegt, inklusive eines kurzen Stopps am Theater des Marcellus und bei der Post, denn meine Eltern brauchten noch zwei Briefmarken von Poste Italiane.
Um kurz vor halb sieben haben wir fünf, der harte Kern, der noch länger in Rom geblieben ist, uns wieder getroffen und wir sind zum Abendessen gegangen, in dem gleichen Lokal wie gestern. Zum Abschied von Rom gab es für mich noch mal Cacio e Pepe, und ich habe zum zweiten Mal festgestellt, dass meine eigenen Bemühungen um dieses Gericht schon ziemlich gut sind.
Morgen vormittag haben wir noch Zeit für ein paar Aktivitäten in Rom. Um halb zwei kommt dann das Shuttle um uns zum Flughafen zu bringen. Das letzte Logbuch der Tour kriegt Ihr also morgen Abend (wenn Eurowings keinen Mist baut).

Hmmmmm… für nen gemütlichen Tag gab es doch wieder viel zu erzählen…

 

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  1. Reiselogbuch Rom 2026 - 11. April
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