6. April 2026
Hallo zusammen und willkommen zum ersten Reiselogbuch der Saison 2026. Das Reiselogbuch wird dieses Jahr unglaubliche 20 Jahre alt und was wäre passender, als diese besondere Saison mit einer ganz besonderen Tour zu eröffnen. Ich bin in Rom… und das nicht allein, denn meine gesamte Family ist dabei. Meine Eltern, meine ältere Schwester Katharina (Cath), meine jüngere Schwester (Bet)Tina mit ihrem Mann Frank, mein kleiner Bruder (Chris[tian]/Lumpi/Mausi… Spitznamen sind eine nicht ganz so einfache Angelegenheit in meiner Familie – wer noch nicht weiß, wo der Name meiner Webseite herkommt, darf mich gerne diesbezüglich anschreiben) mit seiner Frau Ilona, meinen Nichten Marie und Ida, und mein Neffe Paul. Insgesamt sind wir zu elft.
Die Idee für diese Reise entstand vor einem guten Jahr. Ihr erinnert Euch vielleicht, dass ich in den letzten Osterferien in Latium unterwegs war und dort auf unseren alten Spuren gewandelt bin. Im Sommer 1980 begann die Beziehung der Familie Kesternich zur Ewigen Stadt, als wir mit mehreren befreundeten Familien in den Bergen östlich von Rom die Sommerferien in einem kleinen Augustiner-Kloster verbrachten und von dort aus mehrere Ausflüge in die italienische Hauptstadt unternahmen. Seitdem hat uns Rom nicht mehr losgelassen. Mein Vater war locker über 20 mal hier, meine Mutter ist immerhin zweistellig und bei mir ist das dieses Jahr der achte Besuch hier. Auch der Rest meiner Familie inklusive meiner Nichten und meinem Neffen war schon mindestens einmal in Rom. Einzig mein Schwager Frank ist Rom-Neuling. Dadurch, dass wir (fast) alle schon rom-erfahren sind, haben wir auf dieser Tour die Möglichkeit, recht stressfrei an diesen Besuch heranzugehen. Hauptsehenswürdigkeiten wie Kolosseum und Forum Romanum werden meine Eltern und ich beispielsweise auf dieser Reise mit Sicherheit auslassen.
Los ging’s heute morgen um kurz vor zehn ab Köln. In nicht einmal zwei Stunden brachte uns Eurowings vom Rhein an den Tiber. Mit zwei Shuttlebussen, die mein Bruder im Vorfeld organisiert hatte, ging’s vom Flughafen Fiumicino in die Stadt, wobei wir schon den ersten Blick auf den Petersdom geboten bekamen.
Wir wohnen hier sehr schön am Corso Vittorio Emanuele II, im Hotel della Torre Argentina, das mein Vater im Herbst bei den Planungen im Internet gefunden hatte. Mitten im Herzen von Rom. Nach Norden sind es 250m bis zur Piazza Navona und nach Westen sind es 250m bis zum Campo de Fiori. Mehr kann man echt nicht verlangen.
Nach dem Einchecken im Hotel gab es für alle die wollten Siesta. Nur Tina und Frank konnten leider noch nicht auf ihr Zimmer, weil dort noch geputzt wurde. Mein Bruder, Marie, Cath und ich sind in der Mittagspause statt der Siesta aber schon mal zu einem kleinen Erkundungsspaziergang aufgebrochen. Am Campo de Fiori hat mein Bruder schon einen Tisch im Restaurant für unser heutiges Abendessen reserviert, und einen Blick auf die Piazza Navona haben wir auch schon geworfen.
Um 15 Uhr startete dann unser heutiges Besichtigungsprogramm. Mein Vater hatte es sich natürlich nicht nehmen lassen, schon alles en detail zu planen und für die kleinen und großen Kinder sogar ein gedrucktes Programm mit den geplanten Sehenswürdigkeiten der kommenden Tage zu kreiren. Losgehen sollte es an der Piazza del Popolo. Zu Fuß rund 20 Minuten vom Hotel, aber da die Ü80-Fraktion der Reisegruppe nicht mehr so gut zu Fuß ist, gab es heute eine Premiere für mich. Ich habe zum ersten Mal die Uber-App benutzt, um ein Taxi zu organisieren und zu bezahlen. Hat super funktioniert und so sind meine Eltern, Paul (der noch nie zuvor Taxi gefahren war) und ich zur Piazza del Popolo chauffiert worden, wo wir mit dem Rest der Truppe, der zu Fuß gegangen war, wieder zusammentrafen.
An der Piazza del Popolo war heute einiges los, was man auch im Bild des Tages sieht. Zum einen ist heute auch in Rom noch Feiertag und zum anderen war ein großer Teil des Platzes für eine Veranstaltung der Polizia de Stato abgesperrt, damit die Bühnen aufgebaut werden konnten. Die Kirche Santa Maria del Popolo war noch geschlossen und die Zeit bis dort geöffnet wurde, haben wir uns mit Eis essen vertrieben. Für die großen Jungs (meinen Bruder, Frank und mich) gab es auch noch nen Espresso „al banco“ am Tresen einer Bar.
Trotz meiner sieben bisherigen Besuche in Rom kannte ich die Basilika Santa Maria del Popolo noch nicht. Ich muss sagen, sie gefällt mir echt richtig gut. Zwei der bedeutendsten Kunstwerke in der Kirche sind zwei Gemälde von Michelangelo Merisi Caravaggio, nämlich die Bekehrung des Apostels Paulus und die Kreuzigung des Apostels Petrus. Leider hängen die beiden Meisterwerke recht mirnichtsdirnichts in einer Seitenkapelle und man kann sie zwar recht gut betrachten, aber sich nicht wirklich davorstellen. Trotzdem kann man gut erkennen, wie der Maler mit dem Licht arbeitet. Echt eindrucksvolle Kunst. Vor allem die Szene mit dem vor Damaskus vom Pferd gestürzten Saulus/Paulus gefällt mir gut.
Zweiter Programmpunkt heute war die Basilika San Agostino. Dorthin sind meine Eltern mit meinem Bruder und Ida geubert und der Rest von uns ging zu Fuß. Mir gefällt die Kirche nicht so gut wie Santa Maria del Popolo, aber in San Agostino entzündet man unter anderem Kerzen, wenn man einen Kinder- oder Enkelwunsch hat. Hat bei meinen Eltern jedenfalls gut funktioniert und entsprechend hat mein Vater auch im Gästebuch vermerkt, dass er nach 16 Jahren mit drei Enkelkindern wieder zu Besuch gekommen ist. Von San Agostino ist es nur ein Katzensprung zur Piazza Navona, wo wir noch ein bisschen flaniert sind und den Vier-Ströme-Brunnen in Augenschein genommen haben. Und dann war es auch schon Zeit zum Abendessen und wir haben uns zum Campo de Fiori aufgemacht.
Morgen wird es richtig spannend. Um 9 Uhr holen wir unsere beiden Mietwagen am Bahnhof Termini ab und fahren für einen Tagesausflug in die Sabiner Berge, nach San Gregorio da Sassola und zum Convento Santa Maria Nuova, um wirklich noch mal alle auf den Spuren unserer ersten Romreise im Sommer 1980 zu wandeln.
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