6. August 2026
Fahrtage gehören bei meinen Touren dazu. Heute war Fahrtag. Ich habe NICHTS besichtigt, ich glaube zum ersten Mal auf der Reise.
Ich mag Fahrtage. Man hat ein bisschen mehr Zeit für die eigenen Gedanken und für Musik. Normalerweise kommt dann die Musik von meinem Walkman (ja der MP3-Player von Sony heißt immer noch Walkman) und je nach dem was der Zufallsgenerator auflegt, wird auch mitgesungen. Leider haben mein Walkman und der Peugeot ein paar Kommunikationsprobleme und so gibt es ganz old school die Musik per Radio. Um genau zu sein BBC Radio 2. Das war der Sender, der im Peugeot als erster eingestellt war und da bin bei ich hängen geblieben. Die Vormittagsshow mit Vernon Kay macht echt Spaß, auch wenn der Redeanteil für meinen Geschmack ziemlich hoch ist. Ein Teil der Show heißt „Tracks of my years“ und hier unterhalten sich Stars eine halbe Stunde lang mit dem Moderator über Musik, die sie beeinflusst hat. Der Gast diese Woche war kein anderer als Phil Collins! Ich habe viel erfahren und gelernt und auch gelacht.
Unterwegs hab ich einen kleinen Abstecher zum Glen Docherty Viewpoint gemacht, mit grandioser schottischer Landschaft, die schon Queen Victoria beeindruckt hat. Als Bild des Tages kam das aber nicht in Frage. Ich habe Euch schon so viele Landschaftsbilder gezeigt, es muss jetzt mal ein bisschen Abwechslung her.
Nur ein relativ kleiner Teil der Strecke ging heute über Single Track Roads, was auch gut so war, denn heute war viel Verkehr. In Kyle of Lochalsh habe ich mir beim Co-op den Mittagsimbiss zusammen gestellt und wollte den dann gemütlich am Aussichtspunkt oberhalb des Ortes zu mir nehmen. Hier hat man nämlich einen schönen Blick auf die Skye Bridge, die die größte Insel der Inneren Hebriden mit dem Festland verbindet. Man braucht nämlich nicht mit der Fähre nach Skye rüber zu fahren, was die Reise deutlich vereinfacht.
Die Vorstellung vom Picknick mit Blick auf die Brücke fand nicht nur ich schön. Auch die Midges waren der Meinung, dass ich mich richtig entschieden hätte. Es waren jetzt nicht Heerscharen, aber sie haben genug genervt, um mich wieder in den Peugeot zu treiben. Ich wollte aber schon gerne Aussicht zum Essen haben und so bin ich kurzentschlossen über die Skye Bridge nach Skye rübergefahren um mein Glück in Kyleakin direkt am Meer zu versuchen. Hier hätte ich zur Not auch im Auto essen und trotzdem den Blick auf die Brücke haben können. War aber gar nicht nötig. Keine Midges störten meine Mittagspause und ich habe danach einfach noch ein bisschen da gesessen und das Panorama genossen.
Von Kyleakin sind es noch gut 30 Meilen bis Portree. Zum Glück auf einer gut ausgebauten Straße, sonst wäre ich wohl jetzt immer noch nicht angekommen. Meine Herren, was ein Verkehr. Ich glaube ich habe auf den 30 Meilen mehr Autos gesehen als in den letzten drei Tagen zusammen. Keine Ahnung, woran es lag. Ich vermute mal sogar, dass es normal ist, denn Skye ist ein echter Touristenmagnet und Portree ist seine Hauptstadt. Die Insel ist knapp 1700qkm groß und hat rund 10.000 Einwohner, von denen ein Viertel in Portree lebt. Hier habe ich für die nächsten drei Nächte Quartier. Im Pier Hotel. Das sieht man auch im ersten Bild des Tages. Das hellblaue Gebäude mit den dunkel umrandeten Fenstern. Die Lage direkt am Hafen ist für morgen früh sehr praktisch, denn es sind nur 50m zur Anlegestelle für das Whale Watching, dass ich für morgen gebucht habe. Ich habe sogar noch direkt vor der Tür eine Parklücke für den Peugeot ergattert. Was man im ersten Bild des Tages nicht so gut erkennt, dass sind die Heerscharen von Leuten, die in Portree unterwegs waren. Ich hab nen Kulturschock. So viele Menschen auf einen Knall habe ich seit Aberdeen nicht mehr gesehen. Damit Ihr Euch vorstellen könnt was ich meine, gibt’s das zweite Bild des Tages, auf der Hauptstraße von Portree. Schon krass. Nach dem Einchecken im Hotel bin ich ein bisschen durch’s Dorf spaziert und es war schon sehr voll. Ich weiß gar nicht wo die Leute alle herkamen. Hier muss es irgendwo außerhalb noch nen Busparkplatz geben.
Eigentlich ist Portree ein nettes Örtchen, vor allem heute im Sonnenschein. Dass so viele Menschen hier waren, hat meinen Spaziergang nur unwesentlich beeinflusst. Ich bin mal gespannt, ob das morgen wieder so ist oder ob nur heute so viele Leute nach Portree gekommen sind.
Morgen startet um halb zehn meine zweite Meeressafari. Ich hoffe es kommt nicht noch was dazwischen. Für morgen nachmittag und übermorgen habe ich dann die Erkundung der Insel geplant.
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