5. August 2026

Es stürmt und regnet in Gairloch. Nebel liegt auf der Bucht und die Möwen ducken sich auf den Strand. Schon gut, dass die Whale Watching Safari abgesagt worden ist. Bei dem Wetter hätten wir nichts gesehen und wären auch noch kräftig über’s Meer gepustet worden. Wenn ich Glück habe und bis morgen früh hat sich alles beruhigt und es ist noch ein Platz im Boot frei, dann kann ich morgen früh vielleicht noch rausfahren. Ansonsten habe ich übermorgen die dritte Chance zum Whale Watching. Ich habe nämlich von Skye aus auch ne Tour gebucht.
Da die Whale Watching Tour heute ausgefallen ist, hatte ich nen richtigen Gammeltag. Ehrlich gesagt auch nicht so schlecht. Die letzten zweieinhalb Wochen waren nicht unanstrengend und ein Tag ohne lange Fahrt kammir da ganz gelegen. Da das Wetter heute morgen zwar trocken aber ansonsten eher durchwachsen war, bin ich ganz langsam in den Tag gestartet und habe mich nach dem Full Scottish Breakfast nochmal ein bisschen gerestet und an meiner Webseite gebastelt.
Um kurz vor zwölf bin ich dann zum Peugeot gegangen, der die Straße runter auf’m Dorfparkplatz abgestellt war. Mittlerweile hatte der Himmel schon blaue Flecken. Der einzige Programmpunkt des heutigen Tages waren die Inverewe Gardens. Bis dahin ist es von Gairloch aus nur ein Viertelstündchen zu fahren.
Der Ursprung der Inverewe Gardens geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Osgood Mackenzie begann, die felsige Halbinsel, auf der sich heute der Garten befindet, urbar zu machen. Heutzutage werden die Inverewe Gardens vom Scottish National Trust betreut und gepflegt. Der Garten ist einer der nördlichsten botanischen Gärten der Welt, was durch die vom Golfstrom verursachten milden Temperaturen hier oben an der schottischen Nordwestküste möglich ist. Der Garten ist schön und weitläufig angelegt und es gibt Pflanzen aus aller Welt, nordamerikanische Mammutbäume, Sukkulenten aus Südafrika, Heidesträucher aus Neuseeland und Rhododendren aus dem Himalaya. Einen Blumen- und Gemüsegarten gibt’s auch. Echt sehr ansehnlich, auch wenn Anfang August vielleicht nicht die beste Zeit ist, einen botanischen Garten zu besuchen. Es blüht halt nicht so viel.
Nach ein paar Minuten im botanischen Garten kam die Sonne raus. Man sieht’s im ersten Bild des Tages. Blauer Himmel über Inverewe Gardens. Wundert Euch nicht, dass die Bäume am Bildrand schief stehen. Das liegt am Ultraweitwinkel der Handy-Kamera. Ich wollte halt möglichst viel Grün auf’s Bild kriegen.
Rund zwei Stunden bin ich in den Inverewe Gardens spazieren gegangen. Dabei hatte ich auch Gelegenheit, die Pflanzenbestimmungsapp, die meine Schwester Cath mir empfohlen hatte, zu testen. Funktioniert super, auch mit exotischen Gewächsen vom anderen Ende der Welt, wie zum Beispiel dem Mammutblatt, dass Ihr im zweiten Bild des Tages seht und das ursprünglich aus den Küstengebirgen des südlichen Brasiliens stammt.
Nach dem Besuch der Inverewe Gardens bin ich noch ein bisschen durch die Gegend gefahren, nämlich am Westufer des Loch Ewe entlang. Leider hatte sich der Himmel aber inzwischen wieder zugezogen. Ich habe also am Firemore Campingplatz nur kurz gehalten, mit dem Fernglas den Strand ein bisschen abgesucht, zwei Vogelarten der Reiseliste hinzugefügt und dann wurde es mir zu ungemütlich.
Als ich wieder in Gairloch ankam, war es am regnen. Ich hab mir in meinem wirklich sehr schönen Zimmer nen Tee gemacht und zugesehen, wie der Nebel sich auf das Loch Gairloch legte. Morgen geht es schon wieder weiter, dann zu wirklichem Neuland für mich. Auf der Insel Skye bin ich nämlich bei allen früheren Schottlandreisen noch nicht gewesen. Deshalb habe ich auf Skye auch direkt drei Nächte eingeplant.

 

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