30. Oktober 2026
Ähnlich wie gestern startete der heutige Tag mit Regen. Wecken um 4:45 Uhr, Tee und Plätzchen, Abfahrt zur Nationalparksverwaltung mit Mukesh am Steuer des Marutis. Schon fast Routine und dann doch wieder nicht, denn heute war unsere letzte Safari im Bandhavgarh-Nationalpark.
Nach dem fantastischen Tiger-Erlebnis gestern hatten wir heute keinerlei Stress, auf den letzten Drücker noch eine Katze zu sehen, und wie Ihr bei einem Vorausblick auf die Bilder das Tages bemerkt haben werdet, gab’s heute auch keine Katzen mehr.
Auch heute morgen hatten wir, ähnlich wie gestern nachmittag, einen sehr engagierten Guide, der uns vieles gezeigt und erklärt hat, und Mukesh wusste natürlich sowieso über alles im Park Bescheid. Uns war für die heutige Safari wieder eine andere Zone zugeteilt worden, ebenfalls in einem eher flachen Teil des Nationalparks, mit schönem Wald, größeren offenen Flächen und parkartiger Landschaft. Der Wald war aber heute sehr ruhig. Kein Alarmruf, kein Gedöns… nur frische Tigerfußstapfen haben wir an etlichen Stellen gesehen. Die Tiger selber aber ließen sich nicht blicken. Es gab wieder Chitals, Sambars, Hanuman-Languren, Rhesus-Makaken und einen – diesmal weiblichen – Muntjak, sowie viele Vögel.
Meine beiden persönlichen Highlights seht Ihr aber in den beiden Bildern des Tages. Auf dem Weg zum Picknickplatz, wo es Frühstück geben sollte, haben wir zwei Goldschakale gefunden, die einfach so auf der Wiese lagen. Ich hatte zwar bei meiner letzten Indienreise einen Goldschakal gesehen und am Montagabend, auf der Rückfahrt zum Hotel in Khajuraho, lief uns auch ein schwanzloses Exemplar über die Straße, aber schöne Bilder fehlten mir bisher. Jetzt habe ich welche… *freu… und eines davon seht Ihr im ersten Bild des Tages.
Wir waren nur wenige hundert Meter weiter gefahren, als etwas kleines Graues mit Hochgeschwindigkeit von links nach rechts über das Feld schoss, vor uns den Weg querte und nach rechts in den Wald verschwand. Als ich meine Vermutung „A mongoose?“ äußerte, waren Mukesh und unser Guide beim Anblick des Tiere schon ziemlich aus dem Häuschen. „A fox. An Indian fox… VERY rare.“ Der Bengalfuchs ist eigentlich nur nachtaktiv und so war es zum einen ein großes Glück, überhaupt einen zu sehen, und zum anderen, ihn auch noch, wie im zweiten Bild des Tages auf die Speicherkarte zu kriegen. Der Fuchs war nämlich stehen geblieben, nachdem er den Wald erreicht hatte. Nicht immer sind die großen Sichtungen auch etwas wirklich Seltenes und Besonderes. So schön ein Tiger auch ist, einen Bengalfuchs bei Tageslicht fototauglich zu Gesicht zu kriegen, ist eine viel seltenere Gelegenheit. Die Highlights unserer letzten Safari in Indien waren also eher kleinwüchsig.
Nach der Rückkehr in unsere Lodge hatten wir noch anderthalb Stunden bis zum Mittagessen. Ich habe gepackt und schon mal mit dem Logbuch angefangen. Zum Abschied gab es noch Fotos mit der gesamten Belegschaft der Bamboo Grove Lodge. Wie ich, glaube ich, schon mehrfach erwähnt habe, lieben die Inder es, sich selbst und andere mit dem Handy zu fotografieren. Jetzt haben die und wir Erinnerungsfotos… hihihi…
Pünktlich um zwei stand Bharat auf der Matte, das Gepäck wurde verladen und wir hatten 172km Fahrt bis Jabalpur vor uns. Hat alles gut geklappt und gut vier Stunden gedauert. Die Straßen waren zwar besser als auf der Fahrt von Khajuraho zum Bandhavgarh-Nationalpark, aber so richtig dolle war’s nicht, nicht zuletzt auf Grund der zahlreichen Baustellen unterwegs.
Ich hatte den Eindruck, dass Jabalpur nicht so wirklich Bharats Jagdrevier ist. Er brauchte Unterstützung bei der Navigation zum Hotel, die ich ihm natürlich gerne mit Hilfe von Google Maps und meinem Handy gegeben habe.
Morgen haben wir noch Programm hier in Jabalpur. Zwecks Koordination haben Bharat und ich unseren lokalen Guide angerufen und ich konnte ihn auf eine Startzeit von 10:00 Uhr hochhandeln. Das bedeutet, dass mein Wecker morgen um viertel nach acht geht. Der pure Luxus.
Morgen abend fliegen wir dann erst von Jabalpur nach Delhi und dann weiter über München nach Kölle. Eingecheckt sind wir schon, und ich bin vor allem auf den Inlandsflug mit Indigo gespannt. Ich werde auf jeden Fall berichten, im Idealfall noch morgen Abend aus Delhi.
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