27. Oktober 2026
Eine lange Fahrt hatten wir heute, so wie vor 22 Jahren als wir von Khajuraho zum Bandhavgarh-Nationalpark gefahren sind. Die Straßen sind heutzutage zwar etwas besser als 2004, aber trotzdem ist es ziemlich mühsam, hier herzukommen. Die genaue Strecke kann ich Euch leider auch nicht bieten per Karte. Dafür ging’s zu sehr hin und her und ich habe mir nicht genau die Orte gemerkt, durch die wir gefahren sind. Spannend war vor allem der Ghat am Beginn des Panna-Nationalparks. Als Ghat bezeichnet man hier in Indien die Aufstiege ins Hochland, ähnlich den Albaufstiegen in Schwaben. Schlechte Straße, viel Verkehr, vor allem LKWs… Bharat war sichtlich froh, als wir oben waren und erzählte in seinem gebrochenen Englisch, dass es hier manchmal stundenlange Staus gibt, weil zwei Sattelschlepper weder aneinander vorbei noch vor oder zurück können.
Heute ging aber alles glatt und wir haben die Strecke sogar in ner ziemlich guten Zeit geschafft, nämlich etwas über fünf Stunden. Zum Glück müssen wir die Strecke nicht wieder zurückfahren wie 2004. Unsere Tour führt uns nämlich am Freitag von hier weiter nach Jabalpur, und das ist hoffentlich ne angenehmere Fahrerei als heute. Die Strecke heute wurde auch nicht besser davon, dass ich etwas unpässlich war. War jetzt nicht dramatisch und hat sich im Laufe der Fahrt auch gelegt, aber sowas kann schon mal passieren, wenn man in Südasien unterwegs ist. Die heutige Fahrt war jedenfalls nicht vergnügungssteuerpflichtig.
Da die Fahrtdauer nach Bandhavgarh schwer abzuschätzen ist, war für heute nachmittag kein Programm mehr eingeplant. Nachdem wir in unsere wirklich SEHR schöne Lodge eingecheckt hatten, gab es Mittagessen und dann habe ich den Nachmittag mit chillen und pennen verbracht. Irgendwie ist das alles hier nicht unanstrengend und man ist auch nicht mehr 35 (wie bei meinem letzten Besuch).
Ich hatte mir extra den Handywecker gestellt, weil ich heute nachmittag noch ein bisschen Vogelpirsch in der Lodge machen wollte, aber als ich aus dem Schlaf gebimmelt wurde, hatte sich der Himmel zugezogen. Ich habe daher auf die Vogelpirsch verzichtet und schon mal mit dem Logbuch angefangen.
Um halb sechs gab es Tee und Plätzchen auf der Veranda der Lodge, und dazu spektakulären Himmel im Rahmen des Sonnenuntergangs. Bis zum Abendessen haben wir da gesessen und erzählt und festgestellt, wie ruhig es hier ist. Unsere Lodge ist etwas abseits der Straße und man hört kein Gehupe und nur ab und zu in der Ferne nen lauteren LKW. Schon auf der Fahrt hierhin ist uns aufgefallen, dass Guruwahi, der Ort am Eingang des Bandhavgarh-Nationalparks, viel beschaulicher und viel weniger hektisch ist im Vergleich zu Sawai Madhopur am Ranthambore-Nationalpark. Ich denke mal – und hoffe auch – dass hier deutlich weniger Betrieb und damit auch deutlich weniger Hektik am, um und im Park sein wird, wenn wir morgen früh unsere erste Pirschfahrt haben. Wir sind schon sehr gespannt, aber ich bin gleichzeitig auch entspannt, denn wir haben schon einen Tiger auf der Speicherkarte. Wenn noch einer dazu kommt, dann ist das natürlich super. Aber wenn es bei dem einen bleibt, dann ist es auch keine Katastrophe.
Noch kurz ein paar Infos zu den Fotos des Tages: das erste zeigt eine Szene auf der Brücke über den Ken River. Ich habe einfach mit dem Handy aus dem fahrenden Toyota heraus eine Serie von Bildern gemacht, und die zwei Männ waren mit dabei. Keine Ahnung, wonach sie Ausschau hielten. Das zweite Bild entstand kurz vor Guruwahi. Mal wieder Kühe auf der Straße, die hier nur eine Single Track Road ist, fast wie in Schottland… *lach…
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