19. Oktober 2026
Nach dem Logbuch in Überlänge von gestern wird es heute deutlich kürzer. Versprochen. Heute war nämlich ein Fahrtag. Wir haben nichts gemacht außer von Delhi nach Jaipur zu fahren, oder besser gesagt gefahren zu werden. Nach dem krassen Tag gestern, der auch noch direkt auf den Langstreckenflug folgte, war es aber auch ganz gut, dass es heute ein ruhiger Tag war.
Um zehn hat uns Madan, unser Fahrer, am Hotel in Delhi abgeholt und wir sind staufrei in Richtung Süden aufgebrochen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, welche Strecke nach Jaipur wir vor 22 Jahren gefahren sind, aber ich bin ziemlich sicher, dass es nicht auf den schönen, gut ausgebauten Autobahnen war, auf denen wir heute unterwegs waren. Einen nicht unerheblichen Teil der Strecke sind wir über den Delhi-Mumbai-Expressway gefahren, der die Hauptstadt des Landes mit der zweitgrößten Stadt des Landes verbindet. Vierspurig, breiter, schön mit Bougainvillea bepflanzter Mittelstreifen, und wenig Verkehr. Sehr angenehmes Fahren.
Nachdem wir den Großraum Delhi hinter uns gelassen hatten, führte die Autobahn durch’s platte Land. Reis- und Zwiebelfelder gab es zu sehen und auch viele Äcker auf denen die Pflanzen noch nicht zum Vorschein gekommen waren, Herden von Wasserbüffeln, kleine Dörfer, ab und zu eine Autobahnraststätte und sogar zwei Trupps Nilgauantilopen. Nilgauantilopen leben in Indien nicht nur in Nationalparks sondern auch auf dem normalen Land, denn die Hindus betrachten sie als nahe Verwandte der (heiligen) Kühe und lassen sie entsprechend unbehelligt.
Nach zwei Dritteln der Strecke gab es ne Pause an einer Raststätte. Schon vorher hatten wir die Grenze zwischen den Bundesstaaten Haryana und Rajasthan überquert. Gegen halb vier waren wir in unserem Quartier in Jaipur. Das Hotel ist sehr schön und befindet sich in einem ehemaligen rajasthanischen Palast, einem sogenannten Haveli, der zum Hotel umgebaut wurde. Schnörkel und Erker und Innenhöfe und einen schönen Garten mit Terrasse findet man hier und so haben wir den Rest des Tages gemütlich auf eben dieser Terrasse gechillt, das Ambiente genossen, ein, zwei Kingfisher getrunken, die Vögel im Garten des Haveli beobachtet, erzählt und den lieben Gott nen guten Mann sein lassen. Nach dem gestrigen Tag hatten wir uns das verdient. Ein bisschen Urlaub darf schließlich auch bei einer Studienreise mit dabei sein. Abendessen gab’s ebenfalls im Haveli und es war ein schönes Buffet mit sehr leckeren indischen Gerichten.
Morgen stehen die Sehenswürdigkeiten von Jaipur auf dem Programm. Daran habe ich noch sehr gute Erinnerungen von vor 22 Jahren und bin schon gespannt, wie ich das alles heutzutage sehe und bewerte.
Als Bilder des Tages habe ich heute zuerst eine Straßenrandansicht auf unserer Fahrt durch Jaipur. Das zweite Bild zeigt einen männlichen Shikra, eine Sperberart aus Afrika sowie Süd- und Südostasien. Der besuchte uns im Garten unseres Hotels.
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