10. August 2026

Ich bin wieder am Ausgangspunkt meiner Schottlandrundreise angekommen. Die nächsten beiden Nächte verbringe ich hier im HI Express am Flughafen in Glasgow. Hier habe ich schon vor elf Jahren übernachtet, bevor es auf die Orkneys weiterging. War sehr praktisch, weil man zu Fuß zum Terminal kommt.
Nach dem überaus reichhaltigen Full Scottish Breakfast in meinem schönen B&B hab ich mich auf den Rückweg nach Süden gemacht. Das Wetter war herrlich heute und so gab es schon ne knappe dreiviertel Stunde nach der Abfahrt den erste Fotostopp. Ich hatte gestern mal gegoogelt, von wo man den besten Blick auf den Ben Nevis hat, mit 1345m der höchste Berg der britischen Inseln. Einer der empfohlenen Punkte war der kleine Park am südlichen Ende des Kaledonischen Kanals in Corpach. Leider hatte ich beim Blick nach Osten noch Gegenlicht, aber immerhin war das Ben Nevis-Massiv für ein paar Minuten wolkenfrei. Dann zog es sich wieder zu. Auf jeden Fall ein passendes erstes Bild des Tages. Den eigentlichen Gipfel des Ben Nevis sieht man übrigens aus dieser Richtung nicht.
Nach dem kleinen Abstecher nach Carpoch ging es zurück auf die Hauptstraße und weiter in Richtung Süden. Dabei ist mir ein weiteres Mal klar geworden, dass Fort William nicht meine Stadt ist. Ich erinnere mich, dass es mir da schon auf meiner ersten Schottlandreise mit der Oma 1981 nicht gefallen hat. Bei der Tour 2016 mit meinen Eltern haben wir ebenfalls gesehen, dass wir schnell weiterkamen, und auch heute hab ich mich beeilt, Fort William hinter mir zu lassen. Die A82 ist eine der Rennstrecken in die Highlands, denn sie verläuft von Glasgow nach Inverness und passiert in ihrem Verlauf den Glen Coe, den Great Glen und das Loch Ness, alles landschaftliche Highlights in Zentralschottland. Entsprechend viel Verkehr war auf der Straße, aber vor allem in die mir entgegengesetzte Richtung.
Um dem vielen Verkehr ein bisschen zu entgehen, habe ich nicht die Route durch den Glen Coe gewählt sondern bin weiter in Richtung Oban nach Süden gefahren. Was ein Glück war, denn so bin ich noch am Castle Stalker vorbeigekommen, das auf einer kleinen Insel im Loch Laich, einer Bucht des großen Loch Linnhe, liegt. Man kann sich zwar mit dem Boot rüber rudern lassen, aber soviel Zeit hatte ich nicht und so wichtig war mir die Besichtigung auch nicht. Mir ging’s mehr um das Panorama. Ich habe also ein paar Minuten die Szenerie auf mich wirken lassen. Wieder einmal Schottland wie aus dem Bilderbuch, inklusive Schafen im Vordergrund. Klar, dass das das zweite Bild des heutigen Tages ist.
Vor Oban bin ich links auf die A85 abgebogen, die von Oban nach Clifton führt und dort auf die A82 trifft, die weiter nach Glasgow geht. Die Landschaft entlang der Strecke ist super. Genau so, wie man sich Schottland vorstellt. Am Kilchurn Castle habe ich nochmal angehalten. Das Wetter war immer noch wunderbar, und so bin ich die paar hundert Meter zur Burgruine und wieder zurück spaziert, habe den Sonnenschein und die Landschaft genossen und bin einmal um die Ruine von Kilchurn Castle gekraxelt, was ne ziemliche Herausforderung war, wenn man nicht knöcheltief im Schlamm versinken wollte. Besichtigen kann man Kilchurn Castle zur Zeit nicht, da das Gemäuer zu instabil ist.
Das letzte Stück der Fahrt ab Crianlarich – dort hatte ich 2016 mit meinen Eltern die erste Übernachtung - war dann nur begrenzt spaßig. Auto an Auto in beide Richtungen und auch etliche LKWs und Busse dazwischen. Der Verkehr floss zwar, aber, wie gesagt, schön war’s nicht. Besser wurde es erst, als am Südende des Loch Lomond die Straße vierspurig wurde. Eigentlich wollte ich am Loch Lomond noch nen Fotostopp machen, aber die ersten schönen Plätze hab ich verpasst – zurückfahren war bei der Verkehrslage keine Option – und dann war ich zu genervt, um noch von der Straße in einen der Orte abzubiegen und nen Punkt zu suchen wo man auf den See kucken konnte. Außerdem hatte ich ne Zeitvorgabe. Bis 17:00 Uhr musste ich den Peugeot zurückgegeben haben und ich musste vorher noch tanken und wollte auch mein Gepäck vorher noch am Hotel abladen, damit ich das nicht von der Mietwagenstation durch den Flughafen zum Hotel schleppen musste. Hat aber alles super geklappt. Ich muss sagen, der Peugeot hat mir echt Spaß gemacht. Die ersten beiden Tage mussten wir uns ein bisschen aneinander gewöhnen, oder vielmehr ich musste mich an ein Auto mit allem modernen Schnickschnack gewöhnen, aber dann waren es sehr geschmeidige 1466 Meilen, die wir zusammen verbracht haben.
Zwei Nächte bin ich jetzt hier in Paisley, am Flughafen Glasgow Abbottsinch. Übermorgen fliege ich von hier nach Stornoway auf der Insel Lewis and Harris, der größten und nördlichsten der Äußeren Hebriden. Heute habe ich einen nicht unerheblichen Teil der Zeit hier im Hotel mit Umpacken verbracht. Ich kann nämlich einen Teil des Gepäcks hierlassen und muss nicht alles mit auf die Äußeren Hebriden mitnehmen.
Morgen gibt es als kleines Intermezzo ein Flugabenteuer. Aber das erzähle ich Euch alles morgen.

 

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