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Reiselogbuch - 2026 Schottland


1. August 2026

Der Himmel über der Nordsee ist gerade ziemlich dramatisch während ich so aus dem Fenster meiner Ferienwohnung über den Hafen von Wick hinweg raus auf’s Meer kucke. Das Wetter alleine bietet hier in Schottland schon ein eindrucksvolles Schauspiel.
Nach dem Frühstück in meinem schönen B&B habe ich mich heute morgen von Inverness auf den Weg in Richtung Norden gemacht. Wieder eine Stadt, wo ich noch ein, zwei Tage hätte bleiben können. Schottland hat echt an allen Ecken viel zu bieten und Inverness gehört auf jeden Fall dazu. Ich nehme mir ja auf dieser Tour ja schon viel Zeit, aber ich schaffe es, nur einen Bruchteil dessen anzusehen was es alles hier so gibt.
Heute hatte ich die bisher längste Fahrtstrecke der Reise… aber da reden wir immer noch von weniger als 200km. Meinen ersten Stopp habe ich in Dornoch gemacht und mir die Dornoch Cathedral angesehen. Darunter darf man sich jetzt keine große Kirche vorstellen. Viel größer als die Martinskirche in Euskirchen ist die nicht. Aber sie war im Mittelalter der Bischofssitz für die damalige Diözese Caithness. Heutzutage bezieht sich der Begriff Caithness auf das nordöstlichste County Schottlands mit der Kreisstadt Wick. Von Dornoch hatte ich dann eine etwas längere Fahrt vor mir, nicht zuletzt weil die Zufahrt zu einem der ursprünglich geplanten Besichtigungspunkte gesperrt war. Letztendlich erwies sich das aber als vorteilhaft, weil ich sonst in ernste Zeitschwierigkeiten gekommen wäre. Ich hatte nämlich auch heute einen festen Programmpunkt, der für 15:30h gebucht war.
In Lybster, ausgesprochen LEIB-ster, einem ziemlich traurigen Nest entlang der Strecke, habe ich mir beim Spar einen Mittagsimbiss gekauft und dann kam der erste Höhepunkt des Tages, die Cairns of Camster.
Die Cairns of Camster sind drei jungsteinzeitliche Grabanlagen. Neolithische Monumente findet man ja überall auf den britischen Inseln und vor ein paar Tagen habe ich Euch ja schon den Tomnaverie Stone Circle präsentiert. Heutzutage besteht die Anlage der Cairns of Camster aus einem runden Cairn oder Grabhügel mit einer Grabkammer und einem langgezogenen Cairn, in dem sich zwei erschlossene Grabkammern befinden und möglicherweise noch ein oder zwei weitere, die noch nicht erforscht wurden. Man geht davon aus, dass der langgezogene Cairn ursprünglich aus einzelnen Grabhügeln bestand, die später baulich mit einander vereinigt wurden. Man erkennt das ziemlich gut im ersten Bild des Tages.
Interessanterweise waren die Cairns of Camster an der Hauptstraße von Inverness nach Wick gar nicht ausgeschildert, aber ich hatte sie schon bei der Vorbereitung der Tour auf Google Maps gefunden und fest zur Besichtigung eingeplant. Von der Hauptstraße fährt man ein paar Meilen auf einer Single-Track-Road nach Norden bis zu den Cairns. Dort ist man fast alleine. Außer mir war noch ein anderes Auto am Straßenrand geparkt, aber die Leute waren schon auf dem Rückweg, als ich ausstieg um mir die Anlage anzusehen.
Ich finde solche Bauwerke aus der Jungsteinzeit ja immer faszinierend, egal, ob es sich um Steinkreise handelt, um Siedlungen (wie in Skara Brae und Knap of Howar auf den Orkneys), oder Grabanlagen wie zum Beispiel die Dolmen bei Antequera in Andalusien oder eben die Cairns of Camster. Ich habe mir ein bisschen Zeit gelassen und bin auch in eines der Gräber reingekrabbelt. Das linke der beiden Gräber im Bild hat nur einen drei bis vier Meter langen Zugang, den ich in der Hocke durchqueren konnte. Die Grabkammer hat dann wieder Stehhöhe (war man in meinem ersten Social Media-Post heute zu sehen). Alles sehr spannend, allerdings sind mir dann doch irgendwann die Midges, kleine, stechende Insekten, zu sehr auf die Nerven gegangen. So habe ich mich in den Peugeot geflüchtet und bin weitergefahren.
Da ich erst ab 15:00 Uhr in mein Quartier konnte, habe ich dem Tesco in Wick noch einen ausführlichen Besuch abgestattet. In den nächsten drei Tagen bin ich morgens nämlich wieder Selbstverpfleger. Außerdem wollte ich hier in Wick waschen und brauchte Waschmittel.
Ich wohne hier in einem… in einer… hmmmm, ich weiß gar nicht wie ich es am besten beschreiben soll. Also, es ist ein Reihenhaus. Direkt am Hafen und mit schönem Blick auf die Nordsee. Und insgesamt drei Etagen. Unten befinden sich Küche und Esszimmer, auf der ersten Etage das Wohnzimmer und das Bad und oben sind zwei Schlafzimmer. Haus, Wohnung, wie auch immer, für die nächsten beiden Nächte ist es ziemlich feudal.
Der vorgebuchte Programmpunkt war eine Besichtigung der Old Pulteney Destillerie hier in Wick. Ich war schon sehr gespannt, weil ich a) diesen Whisky noch gar nicht kannte, und b) wissen wollte, ob es einen großen Unterschied zu der Besichtigung bei Glenfiddich geben würde.
Es gab ihn, und nicht zu knapp. Während in Dufftown die Produktion auf Hochtouren lief, passierte hier in Wick… nichts. Old Pulteney produziert nur im Herbst und Winter. Die Gesamtproduktion von 1,2 Millionen Liter Alkohol, die jährlich hier in Wick hergestellt werden, entsteht bei Glenfiddich in 20 Tagen. Ihr hab am 29.7. im Bild des Tages die Destillen-Halle bei Glenfiddich gesehen. Da standen 16 kupferne Destillen und es gibt noch eine zweite ähnliche Halle. Bei Old Pulteney sind es grade mal zwei (!) Destillen. Hier bei Old Pulteney hat man zwar auch einen schön gestalteten Raum für Besucher und einen schönen Shop, aber kein Vergleich mit der super-professionellen Veranstaltung und Besucherabfertigung in Dufftown. Außer mir war noch eine vierköpfige Familie aus Liechtenstein bei der Führung und das war’s. Nichtsdestotrotz meinte unser Guide Tim, dass sie alle der Firma Glenfiddich zu großem Dank verpflichtet seien. Die wären die ersten gewesen, die Single Malt Whisky richtig vermarktet hätten und auch das Drumherum gestaltet hätten, mit Führungen und Tastings und Merchandising. Das hätte die ganze Industrie sehr beflügelt. Oder, wie Tim sich ausdrückte, „This is the golden age of malt whisky.“ Natürlich haben wir nach der Führung auch noch zwei Produkte von Old Pulteney verkostet, und durften sogar das Glas behalten (da waren die bei Glenfiddich kniepiger…). Ich habe auch noch eine Flasche zwölfjährigen Old Pulteney gekauft. Als zweites Bild des Tages gibt es heute eine Ansicht aus einem der Lagerhäuser in der Old Pulteney-Destillerie.
Morgen werde ich mir hier ein bisschen die Gegend von Caithness ansehen, aber eher gemütlich. Da ich selber Frühstück mache, bin ich ja von den Zeitvorgaben, die es in einem B&B gibt, unabhängig.

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9. August 2026

Mein letzter Abend in den Highlands… Das Logbuchschreiben startet heute ein bisschen später als geplant, denn nach dem Abendessen haben wir – unsere Gasteltern, die drei deutschen Motorradtouristen aus der Nähe von Hamburg, und ich – noch lange zusammen gesessen und erzählt. Ich wohne wieder mal in einem sehr schönen B&B. Zum letzten Mal auf dieser Reise, denn die verbleibenden Unterkünfte sind Hotels oder Pubs mit Beherbergungsbetrieb.
Heute morgen schien die Sonne über Skye. Na toll. Jetzt wo ich weiterreisen musste… *lach… Aber so ist das halt mit Wetter, erst recht hier in Schottland. Wenn’s schlecht ist, macht man das beste draus und ich finde, das hab ich in den letzten beiden Tagen getan. Heute dagegen war ich den größten Teil der Zeit unter schönstem weiß-blauen Himmel unterwegs. Folglich habe ich auf der Fahrt von Portree in Richtung Kyleakin und Skye Bridge ein paar kurze Stopps eingelegt um das Panorama zu genießen und zu fotografieren.
Vier Besichtigungspunkte hatte ich für den heutigen Tag eingeplant. Dreieinhalb davon haben auch richtig gut funktioniert. Der erste nicht ganz so. Das Eilean Donan Castle ist, wie ich finde, eine der am malerisch gelegensten Burgen ganz Schottlands. Wer den Film „Highlander“ gesehen hat: die erste Szene, die in Schottland spielt, wurde hier gedreht. Christopher Lambert als Connor McLeod zieht mit den Kriegern seines Clans über die Brücke zur Schlacht. Vom Aussichtspunkt aus, wo das erste Foto des Tages gemacht wurde, sieht man die Brücke und Eilean Donan Castle, wie gemalt auf der Insel im Loch. Was durch die Vegetation gnädig verdeckt wird, das ist der überfüllte Parkplatz. Nach dem Blick von oben bin ich erst mal noch ein kurzes Stück zurück gefahren und habe die Burg von unten fotografiert und dort auch das Video mit dem Film-Zitat aufgenommen. Dann wollte ich näher ran und rein, aber keine Chance. Die Ordner an der Einfahrt zum Parkplatz winkten nur, man solle weiterfahren. Wahrscheinlich waren die großen Schilder „Car Park Full“ nicht genügend als Hinweis. Ich hab’s dann auch nicht weiter versucht. Ich hatte ja, was ich vor allem wollte. Den Blick von oben und einen Blick von unten, wenn auch nicht ganz die Ansicht, die ich mir vorgestellt hatte.
Vom Eilean Donan Castle ist es ne gute Stunde zu fahren bis Urquhart Castle. Die Route führt durch wildes Schottland wie man es sich vorstellt. Die letzten zwölf Meilen verläuft die Straße am Loch Ness entlang. Als ich am Parkplatz von Urquhart Castle vorbeikam, kam mir das Bild bekannt vor. „Car Park Full“. Der Zusatz „Ticketholders Only“ machte mich aber hellhörig. Ich bin also erst mal weitergefahren in den zwei Meilen entfernten Ort mit dem lustigen Namen Drumnadrochit. Auf dem Parkplatz vom Co-op habe ich mein Handy und Google bemüht und wirklich noch den letzten für 15:30 Uhr vorhandenen Time Slot zum Besuch von Urquhart Castle ergattert, samt Parkplatz-Ticket.
Die zweieinhalb Stunden bis dahin habe ich zuerst mit einem Co-op-Picknick mit Blick auf Loch Ness im Sonnenschein überbrückt, und anschließend bin ich zum The Loch Ness Experience gefahren. Das ist eine Art Ausstellung/Multimedia-Show zum Ungeheuer von Loch Ness, die sich im ehemaligen Drumnadrochit Hotel befindet. Dessen Managerin Alda MacKay war im Jahr 1933 diejenige, die mit einer vermeintlichen Monstersichtung den Stein ins Rollen bracht und den Hype um Nessie auslöste. Eine unterhaltsame Stunde habe ich im Loch Ness Experience verbracht, aber ich muss gestehen, dass in den 42 Jahren seit meinem letzten Besuch am Loch Ness doch sehr viel passiert ist. Niemand hat mehr versucht, uns einen Plesiosaurier als Loch Ness-Monster glaubhaft zu machen. Interessant waren allerdings die ganzen Informationen über die Geschichte und Methoden der Suchen nach dem angeblichen Ungeheuer. Das es nachher noch einen riesigen Souvenirladen gab, versteht sich wohl von selber.
Um kurz nach drei bin ich von Drumnadrochit wieder zum Urquhart Castle gefahren, ne halbe Stunde zu früh, aber ich hab mir gedacht, „Fragen kost’ ja nix.“ Ich konnte problemlos schon rein.
Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, ob wir vor 42 Jahren im Urquhart Castle drin waren. Vorbei gefahren sind wir aber auf jeden Fall und ich bin sicher, dass es den riesigen Parkplatz, das große Besucherzentrum mit Kurzfilm über die Geschichte der Burg sowie den angeschlossenen Souvenir-“Supermarkt“ damals noch nicht gab. Wie man auf dem zweiten Bild des Tages sieht, ist man am Urquhart Castle nicht allein. Ich wollte bewusst kein menschenfreies Bild zeigen. Eltern zerren Kleinkinder durch die Burgruine, gefolgt von grimmig-gelangweilt kuckenden Pubertieren. Reisegruppen unterschiedlichster Sprachen bevölkern das Gelände und mitten drin ich. Das Urquhart Castle ist wirklich gut in Schuss, mit schönen Wegen und guten Erklärtafeln, die die Burg erläutern… und im Hintergrund ruht still der See. Ich hatte eigentlich gedacht, ich würde nicht lange bleiben, aber am Ende war’s doch ne gute Stunde, die ich im Urquhart Castle verbracht habe. 
Den Abschluss des heutigen Besichtigungsprogramms bildete ein Besuch an den Schleusen des Kaledonischen Kanals in Fort Augustus, am Südende des Loch Ness. Im 19. Jahrhundert hat man den Atlantik und die Nordsee durch einen Kanal verbunden, der vom Loch Linnhe bei Fort William im Südwesten über das Loch Lochy, das Loch Oich und das Loch Ness nach Inverness im Nordosten an der Nordsee führt. In Fort Augustus gibt es fünf Schleusen, die Schiffe vom Niveau des Lochs Ness auf das Niveau des Kanals heben. Schleusenbetrieb finde ich ja immer spannend und so habe ich hier noch ne halbe Stunde zugesehen, wie zwei Boote geschleust wurden. Bis zu meinem Quartier waren es dann anschließend nur noch ein paar Minuten.
Morgen gibt es die letzte Fahretappe durch die Highlands, zurück nach Glasgow. Zu Ende ist meine diesjährige Schottlanderkundung damit aber noch nicht. Ich habe noch ein paar Highlights ausstehen.

 

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8. August 2026

Sturm, Regen, Nebel… Tag zwei… Ich weiß, in Mitteleuropa kann man sich das zur Zeit gar nicht vorstellen, aber hier fließt das Wasser über die Straßen und die Bäche und Flüsse sind voll mit torfgefärbtem Wasser. Im zweiten Bild des Tages gibt's einen kleinen Eindruck davon. 
Nach dem Frühstück und nem faulen Vormittag habe ich mich gegen Mittag in den Peugeot gesetzt zum zweiten Teil der Inselerkundung. Heute sollte es in den Westen von Skye gehen. 
Das Wetter war zwar nicht für Außenaktivitäten geeignet, aber man muss schon sagen, dass Schottland und Skye auch bei Sturm, Regen und Nebel eindrucksvoll sind. 
Die heutige Route könnt Ihr auf der ersten angehängten Karte nachvollziehen. Den Abstecher in Richtung Sligachan hatte ich allerdings nicht geplant. Ich hab verpasst, an der richtigen Stelle rechts abzubiegen nach Talisker. Von Norden kommend war das auch nicht ausgeschildert. Als ich in Sligachan den Fehler bemerkte und umgedreht hatte, sah das anders aus. Da war Talisker ganz deutlich ausgezeichnet. 
Eigentlich wollte ich gar nicht nach Carborst, wo die Talisker-Destillerie liegt. Wenn man die Straße weiter fährt, dann gibt es am Ende einen sehenswerten Broch. Naja, bei Regen und Sturm jetzt eher schwierig zu besichtigen. Ich bin also in Carborst ins Dorf abgebogen um mal zu kucken ob ich vielleicht doch bei Talisker ne Führung machen könnte. Da wäre ich wenigstens im Trockenen. Auf die Idee war ich allerdings nicht alleine gekommen. Alles ausgebucht, erklärte mir die freundliche Mitarbeiterin am Eingang. Ich hab mir dann zumindest den Souvenirshop angesehen, wo es viele Talisker-Devotionalien gab. Außerdem war ein großer Teil der übrigen Produktlinien zu sehen und zu kaufen, denn Talisker gehört zum Diageo-Konzern, dem ursprünglichen Mutterunternehmen von Guiness. Heutzutage finden sich neben 30 Single Malt Marken und der Guinness-Bierfamilie unter anderem auch die Marken Johnnie Walker und Smirnoff im Portfolio von Diageo. (Bis hier hin entstand das Logbuch während der Wartezeiten beim Abendessen.) 
Gekauft hab ich zwar nichts, aber ich hab gerade ein Erlebnis der anderen Art. Ich bin gerade vom Abendessen gekommen, in dem Fischrestaurant drei Häuser weiter, wo ich gestern Abend auch schon war. Zum Abschluss des Tages und des Aufenthalts auf Skye wollte ich dann aber doch noch ein Glas Talisker haben und jetzt sitze ich in der Bar, die zum Pier Hotel gehört. Das ist schon ein bisschen surrealistisch. Den Flur runter ist das Restaurant vom Hotel, wo ich am ersten Abend essen war. Nicht fein, aber gut und auf die Touris zielend. Hier in der kleinen Bar - ne Theke, ein paar Hocker, ein paar niedrige runde Tische und ne gepolsterte Bank an der Wand entlang - bin ich der einzige Tourist. Eine Handvoll Locals sitzt an der Bar, trinkt Tennent's (DAS Bier in Schottland), erzählt lachend mit der Barkeeperin oder isst nen Hamburger oder ne Suppe, die aus der Küche rüber gebracht worden sind. Der Fernseher oben in der Ecke hat ein gälisch-sprachiges Programm laufen. Ich verstehe kein Wort, und bei dem, was die Locals auf Scots English erzählen, verstehe ich auch nicht viel mehr. Der Talisker riecht nach Torf, schmeckt nach Pfeffer und beißt in die Zunge. Ich war lange kein Freund des Whiskys aus Skye, aber nachdem ich vor zwei Jahren oder so nochmal beim Aldi ne Flasche aus der Aktionsware gekauft habe, finde ich langsam Geschmack dran. Jedenfalls stelle ich hier gerade fest, wie lange er mild und warm im Rachen und Hals bleibt. Irgendwie passt das gerade sehr gut zu dem Wetter vor den Fenstern.
Jetzt aber zurück zum Tag… Auch den zweiten Broch, der auf der Rückfahrt von Carborst am Wegrand lag, habe ich wetterbedingt ausgelassen. Nur an ein, zwei Stellen bin ich nochmal kurz aus dem Peugeot raus um ein paar Fotos zu machen. Neben der Talisker-Destillerie - ich finde die Schafe sehr cool, die da entspannt im Regen grasen - hat der schäumende Treaslane River ein Bild des Tages bekommen. 
In Portree hab ich den Peugeot betankt. So hab ich morgen ein bisschen Zeit gespart. Was mir heute während der Fahrt richtig bewusst geworden ist: übermorgen bin ich schon wieder in Glasgow. Krass… die Zeit ist bisher wie im Flug vergangen. Ich hab Euch heute noch eine zweite Karte angehängt, damit Ihr die Strecke meiner Schottland-ErFAHRung weiter nachvollziehen könnt. In Glasgow ist ja dann noch nicht Schluss, denn mein diesjährigen Sommerabenteuer hat noch ein zweites Kapitel auf den Äußeren Hebriden. 
Morgen fahre ich zurück auf's schottische Festland und es stehen ein paar ur-schottische Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Ich hoffe es ist zumindest trocken und ich wünsche Euch, dass der Regen von hier zu Euch weiterzieht.

 

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7. August 2026

Sturm, Regen, Nebel… ratet mal wer heute keine Meeressafari hatte. Und auch morgen soll's stürmen und es finden keine Ausfahrten statt. Hmmmm… vielleicht hab ich ja auf den Äußeren Hebriden noch ne Gelegenheit für eine Meeressafari.
Der Tag heute ist folglich recht schnell erzählt. Nach dem Frühstück habe ich noch ein bisschen gechillt, wie man so sagt, und dann haben der Peugeot und ich uns auf eine kleine Inselrundfahrt gemacht. Trotz Regen und Sturmesflug habe ich am Rigg Viewpoint einen Fotostopp gemacht. Der Wind hat einen fast von den Klippen geweht und der Atlantik hatte Schaumkronen, und das hier zwischen den Inseln. Ich will gar nicht wissen wie es weiter draußen ausgesehen hat. Nach 90 Sekunden außerhalb des Peugeots war ich nass… *lach… Naja, auch das ist eine typisch schottische Erfahrung. 
Auf der weiteren Fahrt habe ich vorzugsweise aus dem Auto heraus fotografiert, wie das erste Bild des Tages, auf dem Ihr Duntulm Castle durch Regen und Dunst erkennen könnt. Und man sieht auch, wie das Meer gelaunt ist.
Zwischendurch hat der Regen an der Nordwestküste von Skye aber auch mal minutenweise Pause gemacht, so dass ich halbwegs trocken, aber windzerzaust das tägliche Video für meine Social Media-Auftritte machen konnte. Dabei entstand auch das zweite Bild des Tages, der Blick vom Viewpoint auf die Bucht von Uig, gesprochen Uuk. Das Wort geht auf das Altnordische „vik“ zurück, was ‚Bucht‘ bedeutet. Ja, die Wikinger waren auch hier.
Von Uig habe ich mich auf den Weg zurück nach Portree gemacht. Ihr müsst jetzt aber nicht denken, dass die Inselrundfahrt eine einsame Angelegenheit war. Auch heute habe ich viele Autos gesehen und bin sogar Radfahrern begegnet. Wanderer suchten Schutz in Bushaltestellenhäuschen und den typisch britischen, roten Telefonzellen, die hier auf Skye sogar noch Telefone enthalten.
Wieder in Portree hab ich mir im Co-op den üblichen Mittagsimbiss zusammengestellt und bin ins Hotel gefahren. Den Rest des Tages hab ich den lieben Gott nen guten Mann sein lassen. Im Moment hat der Regen hier in Portree aufgehört. Ich hoffe es bleibt morgen zumindest trocken, damit ich nach der heutigen Rundfahrt über den nördlichen Teil von Skye morgen den westlichen erkunden kann.
Ist heute echt mal ein kurzes Logbuch… *lach… 

 

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6. August 2026

Fahrtage gehören bei meinen Touren dazu. Heute war Fahrtag. Ich habe NICHTS besichtigt, ich glaube zum ersten Mal auf der Reise. 
Ich mag Fahrtage. Man hat ein bisschen mehr Zeit für die eigenen Gedanken und für Musik. Normalerweise kommt dann die Musik von meinem Walkman (ja der MP3-Player von Sony heißt immer noch Walkman) und je nach dem was der Zufallsgenerator auflegt, wird auch mitgesungen. Leider haben mein Walkman und der Peugeot ein paar Kommunikationsprobleme und so gibt es ganz old school die Musik per Radio. Um genau zu sein BBC Radio 2. Das war der Sender, der im Peugeot als erster eingestellt war und da bin bei ich hängen geblieben. Die Vormittagsshow mit Vernon Kay macht echt Spaß, auch wenn der Redeanteil für meinen Geschmack ziemlich hoch ist. Ein Teil der Show heißt „Tracks of my years“ und hier unterhalten sich Stars eine halbe Stunde lang mit dem Moderator über Musik, die sie beeinflusst hat. Der Gast diese Woche war kein anderer als Phil Collins! Ich habe viel erfahren und gelernt und auch gelacht.
Unterwegs hab ich einen kleinen Abstecher zum Glen Docherty Viewpoint gemacht, mit grandioser schottischer Landschaft, die schon Queen Victoria beeindruckt hat. Als Bild des Tages kam das aber nicht in Frage. Ich habe Euch schon so viele Landschaftsbilder gezeigt, es muss jetzt mal ein bisschen Abwechslung her.
Nur ein relativ kleiner Teil der Strecke ging heute über Single Track Roads, was auch gut so war, denn heute war viel Verkehr. In Kyle of Lochalsh habe ich mir beim Co-op den Mittagsimbiss zusammen gestellt und wollte den dann gemütlich am Aussichtspunkt oberhalb des Ortes zu mir nehmen. Hier hat man nämlich einen schönen Blick auf die Skye Bridge, die die größte Insel der Inneren Hebriden mit dem Festland verbindet. Man braucht nämlich nicht mit der Fähre nach Skye rüber zu fahren, was die Reise deutlich vereinfacht.
Die Vorstellung vom Picknick mit Blick auf die Brücke fand nicht nur ich schön. Auch die Midges waren der Meinung, dass ich mich richtig entschieden hätte. Es waren jetzt nicht Heerscharen, aber sie haben genug genervt, um mich wieder in den Peugeot zu treiben. Ich wollte aber schon gerne Aussicht zum Essen haben und so bin ich kurzentschlossen über die Skye Bridge nach Skye rübergefahren um mein Glück in Kyleakin direkt am Meer zu versuchen. Hier hätte ich zur Not auch im Auto essen und trotzdem den Blick auf die Brücke haben können. War aber gar nicht nötig. Keine Midges störten meine Mittagspause und ich habe danach einfach noch ein bisschen da gesessen und das Panorama genossen.
Von Kyleakin sind es noch gut 30 Meilen bis Portree. Zum Glück auf einer gut ausgebauten Straße, sonst wäre ich wohl jetzt immer noch nicht angekommen. Meine Herren, was ein Verkehr. Ich glaube ich habe auf den 30 Meilen mehr Autos gesehen als in den letzten drei Tagen zusammen. Keine Ahnung, woran es lag. Ich vermute mal sogar, dass es normal ist, denn Skye ist ein echter Touristenmagnet und Portree ist seine Hauptstadt. Die Insel ist knapp 1700qkm groß und hat rund 10.000 Einwohner, von denen ein Viertel in Portree lebt. Hier habe ich für die nächsten drei Nächte Quartier. Im Pier Hotel. Das sieht man auch im ersten Bild des Tages. Das hellblaue Gebäude mit den dunkel umrandeten Fenstern. Die Lage direkt am Hafen ist für morgen früh sehr praktisch, denn es sind nur 50m zur Anlegestelle für das Whale Watching, dass ich für morgen gebucht habe. Ich habe sogar noch direkt vor der Tür eine Parklücke für den Peugeot ergattert. Was man im ersten Bild des Tages nicht so gut erkennt, dass sind die Heerscharen von Leuten, die in Portree unterwegs waren. Ich hab nen Kulturschock. So viele Menschen auf einen Knall habe ich seit Aberdeen nicht mehr gesehen. Damit Ihr Euch vorstellen könnt was ich meine, gibt’s das zweite Bild des Tages, auf der Hauptstraße von Portree. Schon krass. Nach dem Einchecken im Hotel bin ich ein bisschen durch’s Dorf spaziert und es war schon sehr voll. Ich weiß gar nicht wo die Leute alle herkamen. Hier muss es irgendwo außerhalb noch nen Busparkplatz geben.
Eigentlich ist Portree ein nettes Örtchen, vor allem heute im Sonnenschein. Dass so viele Menschen hier waren, hat meinen Spaziergang nur unwesentlich beeinflusst. Ich bin mal gespannt, ob das morgen wieder so ist oder ob nur heute so viele Leute nach Portree gekommen sind.
Morgen startet um halb zehn meine zweite Meeressafari. Ich hoffe es kommt nicht noch was dazwischen. Für morgen nachmittag und übermorgen habe ich dann die Erkundung der Insel geplant.

 

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  1. Reiselogbuch Schottland 2026 - 5. August
  2. Reiselogbuch Schottland 2026 - 4. August
  3. Reiselogbuch Schottland 2026 - 3. August
  4. Reiselogbuch Schottland 2026 - 2. August