Reiselogbuch - 2011 Madrid


1. Mai 2011

Ich bin wieder zu Hause - wohl behalten - und habe natürlich noch ein paar Schlussbemerkungen zu meiner Madrid-Tour 2011.
Heute ist nicht mehr viel passiert. Ich bin im Laufe des Vormittags mit der U-Bahn zum Flughafen gefahren, habe noch ein paar Flieger fotografiert und dann ging's über Amsterdam zurück nach Kölle. Alles in allem nix Aufregendes.
Das Fazit? Also, Madrid ist auf JEDEN Fall ne Reise wert. Es gibt vielleicht nicht eine herausragende Sehenswürdigkeit, wie den Eiffel-Turm oder Big Ben oder den Petersdom oder die Akropolis, aber trotzdem gibt es genug zu sehen und zu tun, dass einem als Tourist nicht langweilig wird. Dazu kommt noch die entspannte Atmosphäre in der Stadt und bei den Leuten, denen man so begegnet. Das war eine der wirklichen Überraschungen für mich. Ich hatte mir die Madrilenen hektischer und mit mehr Drama vorgestellt. Das waren sie aber nur als der Schiri gegen Real Madrid zu sein schien... *lach... Ich kann also Madrid nur empfehlen, und wenn einer von Euch ein paar Tipps haben will, dann meldet Euch.
Damit ist das Osterferien-Reiselogbuch auch schon zu Ende. Ich hoffe Ihr hattet Spaß damit. Die nächste Runde gibt es dann im Juli und August aus den USA und Kanada. Da werde ich Euch aber wieder rechtzeitig vorwarnen.
Das Bild des Tages heute ist eigentlich ein Bild des Tages von gestern. Der Palacio Real bei Nacht. Gestern musste er leider dem Estadio Santiago Bernabéu den Vortritt lassen, aber da ich heute in Madrid nichts mehr vor die Linse bekommen habe (außer Fliegern) habe ich gedacht, dass der Palacio Real ein würdiger Abschluss für das Reiselogbuch Madrid 2011 ist.


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30. April 2011


Mein letzter Tag in Madrid – und zum Schluss gab es noch mal ein besonderes Highlight. Ich habe die "Königlichen" gesehen und war (zum ersten Mal seit langen Jahren) noch einmal live bei einem Fußballspiel.

Begonnen hat der Tag allerdings mit Kultur. Ich war im Museo del Prado, und es hat mir leider nicht mal halb so gut gefallen, wie das Museo Thyssen-Bornemisza, wo ich mich gestern mit Malerei beschäftigt habe. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen war heute Samstag und im Prado war es proppenvoll. Da fehlte schon ziemlich die Ruhe, um die Bilder genauer anzukucken und wirken zu lassen. Außerdem ist das Museo del Prado bei weitem nicht so gut angelegt, denn man kann nicht auf einem Weg durch gehen und kommt dabei automatisch an allen Bildern vorbei. Trotzdem habe ich doch das eine oder andere mitgenommen, allen voran Tizians Bilder von Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg oder von Philipp II. (beides kennt man als Geschichtsstudent aus der einschlägigen Literatur), aber auch ne schöne Sammlung von El Greco, oder die Bilder von Goya die den Aufstand in Madrid gegen die Franzosen 1814 als Thema haben.

Mehr Spaß hatte ich dagegen im Museo Naval. Ein Marine-Museum kommt ja einem meiner Interessengebiete sehr entgegen, und im Gegensatz zu vielen seiner Art ist das Museo Naval in Madrid echt gut gemacht und aufgearbeitet. Einziger Nachteil: alles in Spanisch.

Dann habe ich mich, nach ner Pause bei Starbucks, die genau richtig in einen Regenschauer terminiert war, ins Hotel zur Siesta begeben. Um 17 Uhr ging's dann aber wieder raus – in Richtung Stadion. Von der Plaza de Espana sind das nur fünf Stationen mit der U-Bahn.

Jaaaa... also... wie die meisten von Euch wissen bin ich ja grundsätzlich erstmal nicht so der Fußballfan. Andererseits finde ich Spiele im Stadion – eigentlich egal in welcher Sportart – immer gut. Außerdem neige ich dazu, bei Lokalrivalitäten mich eher auf die Seite des (vermeintlichen) Underdog zu schlagen. Wenn man mich also fragen würde, welches Team ich in Madrid sympathischer finde, dann wäre meine Antwort auf jedenfall "Atlético de Madrid" und nicht Real. Andererseits ist Real Madrid nun mal unbestreitbar einer der erfolgreichsten Vereine der Welt und so finde ich es dann auch okay, hinzugehen, wenn man schon mal in Madrid ist. Es war dann auch sehr schön und interessant – schon allein wegen der Atmosphäre. Das Estadio Santiago Bernabéu, benannt nach einem ehehmaligen Präsidenten der Königlichen, ist echt eindrucksvoll. Platz für 80.000 Leute gibt's da, aber heute würde ich sagen war es nur zu gut zwei Dritteln voll. War ja auch nur ein normales Liga-Spiel. Es ging gegen Real Zaragoza. Richtig – gleich zwei königliche Mannschaften auf dem Platz. Ich saß genau an der Mittellinie, Oberrang, was schon mit einem recht sportlichen Preis verbunden war, und heute - angesichts einer heftigen Schauer während der ersten Halbzeit – den Vorteil hatte, dass man hoch genug unter dem Dach saß um nicht nass zu werden.

Das Spiel selber war eher mittelmäßig. Real hatte nach dem Champions League-Halbfinale am Mittwoch nicht alle Stars aufgeboten. Immerhin standen von den Leuten, die ich kannte, Kaká und Casillas (*grins...) sowie ab der 60. Minute auch Mesut Özil auf dem Platz. So relaxt die Spanier sonst rüberkommen, im Stadion geht echt die Post ab. Da waren sie schon sehr temperamentvoll. Die Zuschauer meine ich. Die lautstarke Unterstützung durch die Fans hat allerindgs nicht viel geholfen. Am Ende verlor Real Madrid 2:3, nach einem durchwachsenen Spiel. Trotzdem war es ein echtes Erlebnis, im Estadio Santiago Bernabéu mal mit dabei zu sein. Kann ich jedem Madrid-Touristen nur empfehlen.

Zum Abschluss des Tages war ich schön madrilenisch essen, wieder in einem vom Lonely Planet empfohlenen Restaurant. Heute abend gab's für mich Cocido a la Madrilena, das typischste Gericht in Madrid. Das ist ein Eintopf aus Rind, Schwein, Geflügel, Blutwurst (ja, allerdings!), Kartoffeln und Kichererbsen, die alle zusammen in einem Tontopf gekocht werden. Als erstes kriegt man die Brühe auf den Teller gegossen, mit ein paar Löffeln gekochte Nudeln dazu, sozusagen als Vorsuppe. Dann kommt der feste Inhalt des Topfs auf den Teller und dazu gibt es noch gekochten Weißkohl als Gemüse. Eigentlich ein Arme-Leute-Essen, aber Madrid war auch bis weit ins 20. Jahrhundert ne eher arme Gegend.

Nach dem Essen gab's noch nen kleinen Spaziergang durch's nächtliche Madrid, um ein paar letzte, stimmungsvolle Fotos vom Palacio Real im Scheinwerfer-Licht zu machen. Die sind auch gar nicht schlecht geworden, aber natürlich ist das Bild des Tages im Estadio Santiago Bernabéu entstanden.

Morgen geht's dann auch schon wieder nach Hause. War halt nur ein Kurztrip. Wie immer werde ich mich natürlich – vorausgesetzt KLM macht alles richtig – auch morgen nach meiner Rückkehr mit einer kleinen Schlussbetrachtung meines Osterurlaubs bei Euch melden.


26. April 2011

Hallo zusammen... Ja, es ist wieder soweit, und dieses Mal flattert das Reiselogbuch ohne Vorankündigung einfach so in Eure Mailbox. Igrendwie ist mir das im Ostertrubel dadurch gegangen, Euch zu fragen, ob Ihr wieder mitmachen wollt.
Ich bin in Madrid :-) Diese Osterferien gibt es ja, vor dem Hintergrund der Fernreise im Herbst nur einen Städtetrip und Spaniens Hauptstadt steht auf dem Programm. Ich muss sagen, es lässt sich ganz gut an.
Los ging's heute morgen zur erbärmlichen Zeit von 4:15h, zum Flughafen in Kölle, wo mein treuer BMW jetzt im Parkhaus 3 steht. Die erste Etappe führte nach Amsterdam, und dann nach fünfeinhalb Stunden Aufenthalt weiter nach Spanien. Die Zeit habe ich natürlich mit fleißigem Spotten von der Besucherterrasse in Schiphol genutzt – bei bestem Wetter. Danach dann wieder zwei Stunden in den Flieger und jetzt bin ich im Zentrum von Madrid in der Nähe der Plaza de Espana im Hotel.
Der erste Eindruck der Stadt ist durchaus positiv. Madrid ist recht entspannt. Wenig Hektik in der U-Bahn und auf den Straßen, die Sonne scheint aus einem weiß-blauen Himmel und es ist noch nicht mal warm.
Viel habe ich heute natürlich, auch in Anbetracht meines Frühstarts heute morgen, noch nicht unternommen. Nach der Ankunft habe ich ne Wochenkarte für den Madrider Nahverkehr gekauft und mich in die U-Bahn gestürzt. Nachdem ich meinen Kram im Hotel abgestellt hatte bin ich dann wieder los und bin zum Estadio Santiago Bernabéu um mir, dem dringenden Rat meines kleinen Bruders folgend, eine Karte für die Partie Real Madrid gegen Zaragoza am Samstagabend zu kaufen. Ich bin ja, wie die meisten von Euch wissen, nicht so der Fußball-Fan, aber mal die Königlichen zu sehen, das kann man sich dann doch gönnen, wenn man schon mal in Madrid ist.
Nach dem Fußballkarten-Kauf bin ich dann wieder zur Plaza de Espana zurückgefahren und noch ein bisschen durch die umliegenden Straßen spaziert. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen. Madrid – zumindest das, was ich bisher gesehen habe – ist ziemlich sauber. Und die Madrilenos sind etwas unorthodoxe Fußgänger im Straßenverkehr. An der roten Fußgängerampel wird erstmal gewartet, auch wenn kein Auto kommt, und man überlegt ne halbe bis eine Minute, ob man wirklich bei Rot über die Straßen gehen soll oder nicht... und dann tut man's. Komisch, irgendwie.
Ein Foto des Tages gibt's natürlich auch heute. Mitten auf der Plaza de Espana steht, wie sich das gehört, ein Denkmal. In diesem Fall für Miguel de Cervantes und seine beiden bekanntesten Roman-Figuren: Don Quijote und Sancho Pansa. Morgen werde ich mich dann mal ins Sightseeing stürzen. Hotelfrühstück wird's zwar keines geben – war nicht im Preis des Zimmer mit drin und ist mir so etwas teuer, aber hier gibt's an jeder Ecke Starbucks. Damit kann ich ja leben.
Zum Schluss noch die Standardbitte: Schickt mir ne kurze Nachricht, ob Text und Bild in lesbarer und ansehbarer Form bei Euch angekommen sind. Bis morgen.

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28. April 2011

Ja, heute war Planespotting in Madrid angesagt. Ich hatte viel Gutes gehört, über die Möglichkeiten an Europas viertgrößtem Flughafen (nach London-Heathrow, Paris Charles de Gaulle und Frankfurt) und wurde auch echt nicht enttäuscht. Was ein bisschen dumm war, war dass sich meine Kontakte zur örtlichen Spotter-Szene zerschlagen hatten, weil die Spanier, mit denen ich eigentlich verabredet gewesen wäre, Terminprobleme bekommen haben. War aber dann am Ende doch nicht weiter schlimm denn ich habe für 70 Euro einen Wagen am Flughafen gemietet und war so auch unabhängig und auf niemanden angewiesen. Ein Auto braucht man hier nämlich, da das Gelände extrem weitläufig ist. Schon im Vorfeld hatte ich mich im Internet mit den nötigen Informationen über die guten Plätze zum Fliegerkucken versorgt und so war ich dann gegen halb zehn heute morgen am Zaun. Die Mittagspause gestaltete sich dann allerdings etwas schwierig, denn ich habe erst nach sehr langem Suchen nen Supermarkt gefunden, wo ich Verpflegung kaufen konnte. Auf Mäckes im Flughafengebäude hatte ich nämlich keine Lust. So richtig dramatisch war die Suche dann aber auch nicht, denn ich habe darüber zwar Aeromexico und Aerolineas Argentinas verpasst, aber dafür war das Licht dann wieder gut, als ich endlich das nachmittägliche Fliegerkucken beginnen konnte. Gegen 18 Uhr habe ich dann den Mietwagen wieder abgegeben und bin  mit der U-Bahn in die Stadt zurück gefahren... müde, ob des frühen Starts heute morgen (um 7:30h) aber doch sehr zufrieden mit dem Tag.
Ich hab ein bisschen überlegt, ob ich Euch ein Foto vom Stadtrundgang gestern als Foto des Tages heute liefern sollte, aber ich habe mich dann doch dafür entschieden, Euch mit einem Flieger zu beglücken. Denn das war ja nun mal das Thema heute :-) Was man auf dem Foto sieht ist ein A340-600 von Iberia. Drin gesessen habe ich in so einem Flieger noch nicht – ich bin überhaupt noch nie mit Iberia geflogen – aber immerhin ist diese Fluggesellschaft der Platzhirsch hier in Madrid und so denke ich, dass das Bild gut zum heutigen Tag passt. Morgen gibt es dann wieder Sightseeing-Berichte.


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27. April 2011

Ein Tag Madrid – und ich muss sagen, dass ich an dieser Stadt Gefallen finde. Die Atmosphäre ist gleichzeitig großstädtisch und doch sehr entspannt. Das ist echt angenehm. Außerdem drängt sich die Stadt den Touristen überhaupt nicht auf. Auch das ist sehr angenehm.
Los ging's heute morgen um kurz vor 10 mit dem Lonely Planet unter'm Arm und einem strahlend-blauen, zentral-kastilischen Himmel über dem Kopf. Erstes Ziel des heutigen Stadtrundgangs war der Palacio Real. Juan Carlos wohnt hier zwar nur selten und bevorzugt normalerweise eine kleinere Residenz, aber schließlich ist der Kasten schon über 200 Jahre alt und kann mit den größten Palästen Europas locker mithalten. Sieht gar nicht mal so schlecht aus, und soll auch innen drin recht spektakulär sein. Das dachte sich wohl auch die kleine Armee anderer Touristen, die einmal um den Block Schlange standen, um sich eine Eintrittskarte zu kaufen und so habe ich schnell beschlossen, die Innenbesichtigung des Palastes vorläufig ausfallen zu lassen. Vielleicht probiere ich es am Freitag oder Samstag noch mal.
Die nächste wichtige Station auf dem Spaziergang war die Plaza Mayor. Das ist sowas wie der Hauptplatz von Madrid. Rundrum von Arkaden umgeben und natürlich mit dem obligatorischen Reiterstandbild in der Mitte. Schon echt schick. Überhaupt können sie das hier, Plätze bauen. Ähnlich wie auch die Portugiesen. Wer mein Reiselogbuch über Portugal aus dem Herbst 2010 verfolgt hat, der erinnert sich vielleicht.
Von der Plaza Mayor ging's zur Plaza de la Puerto del Sol. Das ist das eigentliche Zentrum von Madrid. Hier befindet sich auch das Haupteinkaufsviertel und entsprechend viel war hier auch los. Ich bin durch einen (kleinen) Teil vom El Corte Inglés, Madrids Antwort auf Harrod's und das KaDeWe, geschlendert, und habe wieder einmal festgestellt, dass mir Kaufhäuser nicht liegen. Aber neben Einkaufsstraßen und Reiterstandbildern gibt's an der Plaza de la Puerta del Sol auch noch anderes zu sehen. Zum Beispiel das Zentrum Spaniens. Hier ist nämlich, vor der ehemaligen Post, die jetzt der Sitz der Verwaltung des Bezirks Madrid ist, eine Plakette im Boden von der aus das Straßennetz Spaniens vermessen wurde und wird. Außerdem gibt es hier auch das Wahrzeichen von Madrid in Bronze, ein Bär, der sich an einem Erdbeerbaum hochreckt. Glaubt Ihr nicht? Stimmt aber. Was es damit auf sich hat ist aber ein bisschen zu lang, um es hier zu erzählen.
Als nächstes gab es einen Stopp im offiziellen Fanshop von Real Madrid. Das Spiel, das ich sehen will, ist zwar erst am Samstag, aber da es ja am Sonntag schon wieder nach Hause geht, habe ich mich heute schon mal mit Devotionaliensouvenirs eingedeckt. Gegen 14Uhr, nach rund vier Stunden Stadtrundgang, hatte ich dann so ziemlich die Füße platt. Aber weil grade so schön die Sonne schien bin ich noch kurz zum Estadio Santiago Bernabéu gefahren und habe ein paar Außenaufnahmen gemacht. Am Samstag soll's nämlich regnen und sicher ist sicher. Danach war erstmal Siesta im Hotel angesagt.
Heute abend hab ich dann wieder ein bisschen Kultur genossen und mir im Centro Arte de Reina Sofia eine gute Dosis moderne Malerei gegönnt. Da war ab 19 Uhr der Eintritt frei und da die hier in Madrid mit den Preisen nicht bang sind war das ganz praktisch um ein bisschen zu sparen. Eine Stunde reichte auch vollkommen, danach standen mir dann die Augen ein bisschen über Kreuz. Ich habe zwar nicht grundsätzlich was gegen moderne Malerei, aber die Sammlung hier war nicht so wirklich mein Geschmack. Die ganzen Picassos kamen da noch verhältnismäßig gut bei mir an. Das Prunkstück der Ausstellung ist natürlich "Guernica", aber wie soviele Sachen, um die viel Aufhebens gemacht wird, blieb es leider etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Spannender fand ich da schon die Skizzen und Studien, die der Meister bei der Planung zu "Guernica" angefertigt hat, und die hier auch ausgestellt sind.
Zum Abschluss des Tages gab es dann noch ein Abendessen in nem Restaurant, das der Lonely Planet empfohlen hatte. Spanferkel - eine madrilenische Spezialität. Ich war um viertel nach acht in dem Lokal, und man war grade dabei, die Tische einzudecken. Hmmmm – ich habe zwar was zu essen bekommen und es war auch lecker, aber ganz im Ernst, die Essenszeiten wären für mich der wichtigste Grund, nicht nach Spanien auszuwandern.
Morgen ist der Tag am Flughafen eingeplant. Aber ich bin sicher, dass ich trotzdem noch ein Foto des Tages für Euch auftreiben kann. Heute war die Auswahl sehr groß und die Entscheidung echt schwierig. Ich habe mich für eine klassische Stadtansicht entschieden – die Plaza Mayor, mit dem Standbild von Philipp III.

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29. April 2011

Nachdem Flughafen-Intermezzo gestern gab es heute die volle Packung touristisches Madrid. Los ging's um kurz nach 10 mit dem Lonely Planet unterm Arm und mit einem Schirm in der Tasche, denn es waren für heute Schauern angesagt. Naja, bei der Ansage blieb es zum Glück, aber dafür habe ich den ganzen Tag den Schirm durch die Stadt spazierengetragen... *lach...
Zuerst habe ich mich von einem Stadtspaziergang, der in meinem Reiseführer beschrieben war, inspirieren lassen. Das ist immer recht lustig, wenn man mit dem Lonely Planet unterwegs ist. Irgendwann begegnet man anderen Leuten, die mit dem Buch unterwegs sind und dessen Empfehlungen folgen. So ging's mir zum Beispiel heute mittag in einer Taberna im Stadtteil La Latina. La Latina ist quasi die Altstadt von Madrid. Man kann schön durch enge Gässchen flanieren, sich die eine oder andere Kirche am Wegesrand ankucken, und eben gegen Mittag in einer der vom Lonely Planet empfohlenen Lokalitäten einkehren und sehen, wie danach innerhalb von 15 Minuten zwei andere touristische Kleingruppen mit dem gleichen Reiseführer in der Hand dort aufschlagen. Da habe ich dann ein bisschen in mich hineingelacht.
Madrid und Kirchen, das ist so ein Kapitel für sich. Lissabon, und natürlich erst recht Rom sind da sehr großzügig ausgetattet, aber in Madrid sieht es mit den besuchenswerten Kirchen eher mau aus. Es gibt die Stadt-Kathedrale Nuestra Senora de Almudena, aber das ist ein neo-romanischer Klotzbau, der zwischen 1879 und 1992 hochgezogen wurde und nicht wirklich Atmosphäre hat. Die Madrilenos sehen eher die Basilica de Nuestra Senora del Buen Consejo ("Mutter vom guten Rat"... die Kreuzweingartener wissen, was es damit auf sich hat) als die Hauptkirche der Stadt an und bis zur Vollendung der Stadt-Kathedrale war sie das auch mehr oder weniger. Aber von ner repräsentativen Kirche kann auch in diesem Fall keine Rede sein. Grundsätzlich sind die Kirchen hier alle sehr iberisch-barock. Nicht so ganz mein Geschmack. Aber es gibt züm Glück Ausnahmen, die ich mir dann doch ganz gut ankucken kann, zum Beispiel die Basilica de San Francisco el Grande, die übrigens eine der größten Kuppeln Europas hat, und die von dem Architekten entworfen wurde, der auch den Palacio Real zu Ende gebaut hat. Das ich eine Schwäche für Kuppeln habe sieht man ja immer wieder mal auf meiner Webseite und so habe ich mich denn auch für dieses Motiv als Bild des Tages entschieden.
Nach der Mittagspause habe ich mich dann zum zweiten Mal um eine Innenbesichtigung des Palacio Real bemüht, und heute gab's keine Schlange. Wie ich nämlich erfahren habe  war der Grund für die Schlange am Mittwoch, dass mittwochs EU-Bürger freien Eintritt haben. Heute habe ich zwar 10 Euronen für die Eintrittskarte hingeblättert, dafür habe ich aber auch viel Zeit gespart. Der Palast ist echt nicht schlecht. Sehr barock und ich kann verstehen, dass Juan Carlos da nicht wirklich drin wohnen möchte. Fotografieren war zwar eigentlich verboten, aber bei der Schamlosigkeit, mit der die anderen Touris ihre Kameras gezückt haben habe ich mir auch die eine oder andere Aufnahme aus der hohlen Hand erlaubt. Gibt auch eigentlich keinen Grund, das Fotografieren ohne Blitz da zu verbieten.
Nächster Programmpunkt war dann die Kunstgalerie Museo Thyssen-Bornemisza, eines der drei großen Kunstmuseen hier, neben dem Museo del Prado, das morgen auf dem Programm steht und dem Centro Arte de Reina Sofia, wo ich am Mittwoch schon war. Ich   habe von Malerei ja nicht viel Ahnung, und kucke mir immer recht wahllos einfach die Bilder in einem Museum an, die mir gefallen. Das war hier im Museo Thyssen-Bornemisza schon eine ganze Menge. Ich will hier jetzt nicht in die Tiefe gehen, dann wird der heutige Bericht ein Roman, aber da war doch wirklich einiges sehr Ansehnliches dabei. Drei Stichworte seien genannt: El Greco; amerikanische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts; frühe Bilder von Picasso, bevor er mit dem Knick in der Optik malte. Alles in allem eine sehr beeindruckende Sammlung, die mir deutlich besser gefallen hat als die im Centro Arte de Reina Sofia, wo es allerdings auch nur um moderne Malerei ging.
Als ich aus dem Museum wieder raus war, war es halb sechs. Trotzdem habe ich mich dafür entschieden, von da zu Fuß zum Hotel zu gehen. Das war zwar ein ziemlicher Peatswääch, über die Calle de Alcala und die Gran Via, aber er hatte den Vorteil, dass ich so langsam die oberirdischen Zusammenhänge der Stadt kenne, und nicht nur die Inselchen, die man sich zwischen den Fahrten mit der U-Bahn erläuft. So langsam ergibt sich ein Bild von Madrid. Spannend ist auch die Architektur. Dazu erzähle ich vielleicht morgen noch was. Einen Eindruck aus dem Logbucheintrag von Dienstag (Tag 1) muss ich allerdings ein bisschen relativieren. Mit der Sauberkeit hält es sich in Grenzen. Es ist halt ne Großstadt. Bei weitem nicht so dreckig wie Wien, aber auch nicht so sauber wie London.
So, morgen ist schon der letzte Tag und abends geht's zum Fußball. Da wird es bestimmt auch einiges zu erzählen geben.


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