9. Mai 2013

N'Abend zusammen und herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des Reiselogbuchs, dieses Mal aus Budapest. Ich hatte ein bisschen hin- und herüberlegt, ob es sich lohnt für vier Tage ein Logbuch anzulegen, aber nach allem, was ich in den letzten 24 Stunden schon erlebt habe, wäre es echt schade gewesen, das nicht zu tun.
Gestern abend ging um halb sieben mein Flieger von Köln nach Amsterdam. Natürlich war ich mal wieder mit meiner Haus- und Hof-Fluggesellschaft unterwegs. Sowohl in Köln als auch in Amsterdam hatten wir einige kleinere, wetterbedingte Verspätungen, aber ich war dann doch pünktlich um kurz nach halb elf in Budapest, mit einer der besten Landungen, die ich bisher in einer 737-800 erlebt habe.
Die Fahrt mit dem Taxi zum Hotel dauerte nur ne Viertelstunde, und dann kam der erste Planungsknick am späten Abend. Im Fraser Residence Hotel teilte mir ein sehr zerknirschter Mitarbeiter mit, dass man mich leider in ein anderes Hotel umbuchen musste, denn gestern hatte es ein Problem mit einem Japaner gegeben, der beim Versuch die Rauchmelder zu deaktivieren um im Zimmer zu rauchen, die Sprinkleranlage ausgelöst hatte. Dadurch waren drei Etagen unbewohnbar geworden. Hmmmmm... dumm... aber mir ja eigentlich egal. Ich wohne jetzt also in einem anderen Hotel, um genauer zu sein im Hotel Nemzeti, das zur Accor-Gruppe gehört. Ziemlich edel, muss ich sagen, und wahrscheinlich mindestens eine Klasse besser als das, was ich gebucht hatte. Aber ist mir ja egal. Ich bezahle den ursprünglichen Preis. Und das Fraser Residence hat mir auch noch die Taxi-Fahrt zum neuen Quartier spendiert, mit nem sehr netten Taxi-Fahrer, der mir um kurz vor Mitternacht noch Besichtigungstipps in gebrochenem Englisch gab.
Heute morgen habe ich erst mal eine Frühstücksorgie an einem echt umfangreichen Buffet veranstaltet und danach war ich eigentlich schon wieder flügellahm. Aber die Stadt will ja erobert sein und so habe ich mich dann doch nach in den Trubel gestürzt.
Wisst Ihr, was ich ja nicht verstehe? Ungarisch... *lach... Man sollte es nicht glauben, aber man hat echt nicht den Hauch einer Ahnung worum es bei all den Worten, die in Schrift und Ton um einen herumschwirren, geht. Das wird zwar alles in lateinischen Buchstaben geschrieben, aber vieles ist so kompliziert, dass man einem Wort mehrmals begegnen muss, bevor man es wieder erkennt. Zum Beispiel die Namen von U-Bahn-Haltestellen. Ich  bin bei meiner ersten Fahrt prompt falsch ausgestiegen und fand mich nicht dort wieder wo ich eigentlich hin wollte. Das war aber nicht so schlimm, denn ich war mitten in der Fußgängerzone von Pest gelandet.
Pest ist der Stadtteil auf dem richtigen Donau-Ufer, während Buda auf der schääl Sick liegt. Mein Plan war eigentlich gewesen, den Aufenthalt hier entspannt mit einer Böötchenstour auf der Donau zu beginnen. Aber so gab's erst mal nen Stadtspaziergang und danach die Tour auf dem Fluss. Ich muss sagen, die Donau ist hier ganz schön groß. Da erinnert nicht mehr viel an ihrer niedliche Jugend, zum Beispiel wie in Riedlingen, wo ich regelmäßig von der einen auf die andere Seite fahre und wo die Donau eigentlich mehr ein Bach ist.
Dann ging's auf's Schiff. Einmal zwischen der Margareten-Insel und der Rákóczi-Brücke hin und her. Dabei wurde auch der Kontrast zwischen Buda, das sich über viele Hügel am rechten Donau-Ufer erstreckt, und Pest, das kompakt auf dem flachen linken Ufer liegt, deutlich. Sehr interessante Stadt-Topographie.
Nach der Schiffstour gab es wieder Stadtspaziergang, dieses Mal auf der Buda-Seite durch die Altstadt des Burg-Hügels, wo schon im Mittelalter das Zentrum der Stadt gelegen hatte. Von da oben bieten sich die klassischen Postkartenansichten, die man von Budapest kennt, mit den ganzen Brücken, dem Parlamentsgebäude, und der Stephanskathedrale. Womit wir dann auch beim Bild des Tages wären – okay, da ist keine Brücke drauf, aber den Rest sieht man.
Im Laufe des Nachmittags bin ich dann noch zum Platz der Helden gefahren. Dort gibt es ein Monumentaldenkmal für die Leute, die sich für die ungarische Nation und Freiheit eingesetzt haben. Dazu gehören auch sieben Ungarnhäuptlinge auf bronzenen Pferden. Tolle Schnurrbärte. Zum Schluss kam dann noch mal ein kleiner Spaziergang auf einem der Pester Prachtboulevards, wo sich Villa an Botschaft an Villa reiht. Und dann war's aber auch genug für heute. Ich hatte die Füße platt.
Tja, erster Eindruck: Budapest ist echt schön. Die Leute sind entspannt drauf, der ÖPNV funktioniert tadellos, und es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Auf jeden Fall weiß ich jetzt schon, dass die Entscheidung für die ungarische Hauptstadt als Kurzreiseziel über Himmelfahrt genau richtig war.

 

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23. März 2013

 

Heute hat sie begonnen, die Reisesaison 2013. Ich bin in Panama... *freu...

Tja, was soll ich sagen? Der Tag heute bestand nur aus Fliegen. Sind ja immerhin über 11 Stunden von Amsterdam nach Panama City. Um kurz vor sechs hat mich mein Vater nach Düsseldorf zum Flughafen gebracht und um kurz vor halb 9 war ich auf dem Weg nach Amsterdam. Der Langstreckenflug war eher unspektakulär. Das Essen an Bord war allerdings echt gut.

Panama City liegt auf der pazifischen Seite des Isthmus von Panama und entsprechend fliegt man erst über das ganze Land drüber bevor man dort landet. Panama ist übrigens nicht besonders groß. Das hat es mit den meisten Ländern Mittelamerikas gemeinsam. Meine letzte Begegnung mit Mittelamerika ist ja inzwischen fast zehn Jahre her. Im Herbst 2003 habe ich Costa Rica erobert und seit dem war ich nicht mehr hier in diesem Teil der Welt.

Einreise und Gepäck abholen ging problemlos und dann bekam der Tourplan den ersten Schluckauf. Eigentlich sollte mich hier am Flughafen jemand von Ancon Expeditions erwarten, der mir die Unterlagen für die ganzen über Ancon gebuchten Programmteile geben sollte. Ich war zwar auf lateinamerikanische Verhältnisse eingestellt, aber als nach anderthalb Stunden warten immer noch keiner von Ancon aufgekreuzt war und es draußen dunkel wurde, habe ich mich in ein Taxi gesetzt und zum Hotel bringen lassen. Das war über booking.com reserviert und folglich alles kein Problem.

Ziemlich grummelig kam ich also im Hotel an, denn das Programm ist eng gestrickt und der erste Tour-Baustein schon morgen. Ganz zu schweigen von dem Inlandsflug am Montag.

Um die Geschichte abzukürzen: nach ein bisschen rumtelefonieren und mit Unterstützung der Rezeption vom Hotel ist jetzt alles geregelt. Morgen früh geht’s los zur ersten Expedition in Panama :-) Ich bin mal gespannt und werde natürlich morgen Abend berichten.

Und nun zum Bild des Tages: das entstand nur ein, zwei Minuten vor der Landung in Tocumen, dem internationalen Flughafen von Panama City. Wie man sieht gibt es etliche Hochhäuser in der Stadt und schon allein durch die Lage am Meer ist der Unterschied zu San Jose, Costa Rica, sehr deutlich.

Zum Schluss bleibt mir nur noch die Standard-Bitte um eine kurze Rückmeldung, ob das Logbuch samt Bild in lesbarer Form bei Euch angekommen ist. Morgen erzähle ich dann ausführlicher.