1. April 2013

Ihr hattet bestimmt alle schon mal das Gefühl „Ich bin in nem Film“. So ging's mir heute. Ich habe mich echt gefühlt als wäre ich in 'Fluch der Karibik'. Wobei es mit nem Fluch eigentlich nix zu tun hatte und ich deswegen den englischen Titel „Pirates of the Caribbean“ bevorzugen würde.
Um viertel vor acht ging's heute morgen los. Ich hatte mich wieder für eine Tagestour der Firma Ancon Expeditions anvertraut und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Erstes Ziel der heutigen Tour war Portobelo. Für etliche Jahre war Portobelo einer der wichtigsten Häfen für die Verschiffung von peruanischem Gold nach Spanien. Das Gold kam auf dem Seeweg über den Pazifik nach Panama City und wurde zu Land und Fluss auf die karibische Seite des Isthmus von Panama verfrachtet um dann von den Häfen in Chagres, Nombre de Dios und Portobelo nach Cadiz gebracht zu werden. Nombre de Dios (heutzutage immer noch die am längsten permanent bewohnte europäische Siedlung in Amerika) hatte als Hafen allerdings mehrere Nachteile, nicht zuletzt den, dass es praktisch nicht militärisch zu verteidigen war. Die Spanier verlegten die Gold-Verschiffung deshalb nach Portobelo, das einen tollen Naturhafen besitzt.
Von dem einstigen Glanz ist in Portobelo nicht viel geblieben. Mehrfach wurde die Stadt von Piraten und auch der englischen Marine angegriffen und zerstört. Da half es auch nicht, dass man einen der berühmtesten italienischen Festungsbauer des 16. Jahrhunderts engagiert hatte, um die Forts zu konstruieren.
Portobelo ist heute ein verschlafenes Nest, das von ziemlichem Verfall geprägt ist. Wir haben mit unserem Guide Ariel eine ausführliche Besichtigung des Ortes gemacht, inklusive zwei der Befestigungsanlagen und ich habe mehrfach gedacht, jetzt könnte ein Trupp englische Marineinfanteristen in ihren roten Uniformröcken um die Ecke kommen, oder Jack Sparrow sitzt irgendwo mit ner Pulle Rum. Zu dieser surrealistischen Stimmung trug unter anderem das Wetter bei. Es war nämlich grau und bedeckt, das Wasser der Karibik hatte die Farbe von Blei und die Umgebung wirkte zusätzlich düster durch den bis ans Meer und direkt an die Stadt heranreichenden Dschungel. Ich glaube ein bisschen wird das im Bild des Tages deutlich, auch wenn das natürlich nur ein schwacher Abklatsch der Realität ist.
Wobei nicht alles in Portobelo düster und verfallen war. Die Straßen waren zwar dreckig, aber die Häuser bunt, die Jugend des Dorfes saß erzählend am zentralen Dorfplatz, während oben drüber einerseits die Rabengeier kreisten aber andererseits auch die Schwalben von den chaotischen Strom- und Telefonleitungen sangen. Es war knackig warm, und obwohl die Sonne nicht schien lagen die Hunde unter den SUVs im Schatten. Panama kann ein Land der totalen Kontraste sein.
Hmmmmm - ich hab grade den Eindruck, dass meine Worte eher unzureichend sind, um das Erlebnis Portobelo zu beschreiben. Ich hoffe es kommt zumindest ein bisschen rüber. Übrigens – vor der Hafeneinfahrt fand einer der berühmtesten Seefahrer sein Seemannsgrab in einem Bleisarg. Der Königin Elisabeth I. höchsteigener Pirat, Admiral und Entdecker, Sir Francis Drake, starb hier am 27. Januar 1596 an Ruhr. Immer wieder kommen vor allem englische Expeditionen und suchen im Seegebiet um Portobelo nach seinem Sarg. Das wäre was, wenn der gefunden würde.
Nach der Stadtbesichtigung gab es erst einmal ein leckeres Mittagessen – natürlich Fisch – in einem Restaurant in der Nähe von Portobelo und dann wurden wir zur zweitgrößten Baustelle von Panama chauffiert. In der Nähe von Colón, dem Hafen am nördlichen Ausgang des Panama-Kanals, entsteht ein weiteres Schleusensystem, um die Gatun Locks für noch größere Schiffe passierbar zu machen. Die größte Baustelle befindet sich auf der pazifischen Seite des Kanals, wo auch an den Miraflores Locks eine weitere Fahrspur entsteht.
Die Rückfahrt von Colón nach Panama City ging dann mit dem Zug. Neben dem Kanal verläuft nämlich noch eine Bahnstrecke, auf der zwar hauptsächlich Container transportiert werden, auf der aber zwei Mal am Tag ein Personenzug verkehrt. Ich fahre ja gerne Zug und heute gab es bei der Zugfahrt als Zugabe auch noch Blicke auf den Panama-Kanal, den Lake Gatun und den zentralpanamaischen Dschungel.
Morgen früh ist dann schon wieder in aller Herrgottsfrühe wecken angesagt. Um halb sieben schon geht mein Flieger vom Albrook Airport nach Bocas del Toro. Drei Tage und zwei Nächte auf einer karibischen Insel. Noch Fragen? :-)

P.S. Auch dieses Jahr gibt’s zum Schluss wieder die bekannte Erklärung: Nichts von dem hier Erzählten ist ein Aprilscherz.


Inhaltsverzeichnis nächster Tag

Inhaltsverzeichnis nächster Tag

 

23. März 2013

 

Heute hat sie begonnen, die Reisesaison 2013. Ich bin in Panama... *freu...

Tja, was soll ich sagen? Der Tag heute bestand nur aus Fliegen. Sind ja immerhin über 11 Stunden von Amsterdam nach Panama City. Um kurz vor sechs hat mich mein Vater nach Düsseldorf zum Flughafen gebracht und um kurz vor halb 9 war ich auf dem Weg nach Amsterdam. Der Langstreckenflug war eher unspektakulär. Das Essen an Bord war allerdings echt gut.

Panama City liegt auf der pazifischen Seite des Isthmus von Panama und entsprechend fliegt man erst über das ganze Land drüber bevor man dort landet. Panama ist übrigens nicht besonders groß. Das hat es mit den meisten Ländern Mittelamerikas gemeinsam. Meine letzte Begegnung mit Mittelamerika ist ja inzwischen fast zehn Jahre her. Im Herbst 2003 habe ich Costa Rica erobert und seit dem war ich nicht mehr hier in diesem Teil der Welt.

Einreise und Gepäck abholen ging problemlos und dann bekam der Tourplan den ersten Schluckauf. Eigentlich sollte mich hier am Flughafen jemand von Ancon Expeditions erwarten, der mir die Unterlagen für die ganzen über Ancon gebuchten Programmteile geben sollte. Ich war zwar auf lateinamerikanische Verhältnisse eingestellt, aber als nach anderthalb Stunden warten immer noch keiner von Ancon aufgekreuzt war und es draußen dunkel wurde, habe ich mich in ein Taxi gesetzt und zum Hotel bringen lassen. Das war über booking.com reserviert und folglich alles kein Problem.

Ziemlich grummelig kam ich also im Hotel an, denn das Programm ist eng gestrickt und der erste Tour-Baustein schon morgen. Ganz zu schweigen von dem Inlandsflug am Montag.

Um die Geschichte abzukürzen: nach ein bisschen rumtelefonieren und mit Unterstützung der Rezeption vom Hotel ist jetzt alles geregelt. Morgen früh geht’s los zur ersten Expedition in Panama :-) Ich bin mal gespannt und werde natürlich morgen Abend berichten.

Und nun zum Bild des Tages: das entstand nur ein, zwei Minuten vor der Landung in Tocumen, dem internationalen Flughafen von Panama City. Wie man sieht gibt es etliche Hochhäuser in der Stadt und schon allein durch die Lage am Meer ist der Unterschied zu San Jose, Costa Rica, sehr deutlich.

Zum Schluss bleibt mir nur noch die Standard-Bitte um eine kurze Rückmeldung, ob das Logbuch samt Bild in lesbarer Form bei Euch angekommen ist. Morgen erzähle ich dann ausführlicher.